Südafrikas Friedens-Nobelpreisträger Desmond Tutu prangert über seine Stiftung die ungleiche globale Verteilung der Corona-Impfstoffe an. «Da muss unverzüglich mehr passieren, um ärmeren Ländern schnelleren Zugang zu Covid-19-Impfstoffen, Diagnosegeräten und Behandlungen zu sichern», fordert die vom früheren Erzbischof Desmond Tutu und seiner Frau Leah gegründete Stiftung am Freitag in einer Erklärung. Unter Hinweis auf eine Studie der Duke-Universität heißt es darin: «Während reiche Länder gerade mal 16 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, halten sie zur Zeit 60 Prozent der bisher verkauften Impfstoffe gegen Covid-19.»
Würde das aktuelle Tempo der Impfungen beibehalten, so dürfte es rund sieben Jahre brauchen, um 75 Prozent der Weltbevölkerung zu impfen. «So lange können wir nicht warten; jetzt ist keine Zeit für Egoismen, jetzt ist es an der Zeit für Zugang, Gleichheit und Solidarität», fordert Tutu über seine Stiftung. Die zunehmenden Forderungen nach einer vorübergehenden Aufhebung des Patentschutzes für die Impfstoffe könnten bei einer Umsetzung den Aufbau wissenschaftlicher und technischer Kapazitäten in den ärmeren Ländern aufbauen helfen.