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20210126130646

Merkel: «Schnelligkeit unseres Handelns lässt sehr zu wünschen übrig»

13:00
26.01.2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Rückblick auf ein Jahr Corona-Pandemie auch eine kritische Bilanz gezogen. Es seien in Deutschland Schwachstellen und Stärken sichtbar geworden, sagte sie am Dienstag beim Online-Treffen des Weltwirtschaftsforums. Die Tagung ersetzt in diesem Jahr die traditionelle Jahrestagung in Davos.

In Deutschland habe man sehr auf den Gemeinsinn und den Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern bauen können. Ein gutes Fundament seien die soliden Finanzen gewesen. So habe man Unternehmen und Bürgern helfen können, fügte Merkel hinzu. Kritisch äußerte sie sich zur Geschwindigkeit von Prozessen in Deutschland: «Die Schnelligkeit unseres Handelns lässt sehr zu wünschen übrig.» Prozesse seien oft sehr bürokratisch geworden und dauerten lange. Da habe man nachzuarbeiten. «Wo wir nicht gut aussahen, das zeigt sich bis in die heutigen Tage, das ist der Mangel an Digitalisierung unserer Gesellschaft.» Merkel nannte als Beispiele die mangelnde Vernetzung der Gesundheitsämter, der Verwaltung und des Bildungssystems.

(dpa)

Gewerkschaft wirft Kretschmann Fahrlässigkeit bei Kita-Öffnung vor

12:58
26.01.2021
Die zu erwartende schrittweise Öffnung der Kitas und Grundschule im Land ist nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fahrlässig und derzeit nicht zu verantworten. Elf Millionen Menschen in Baden-Württemberg müssten sich an strenge Kontaktbeschränkungen halten, kritisierte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein am Dienstag in Freiburg und ergänzte. «Nur die Fachkräfte in Kitas und die Grundschullehrkräfte sollen sich mehrere Stunden mit Personen aus 10 bis 20 Haushalten in einem Raum aufhalten?» Viele Erzieherinnen und Grundschullehrkräfte fühlten sich behandelt wie Versuchskaninchen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte zuvor angedeutet, Kitas und Grundschule im Land würden wahrscheinlich vom kommenden Montag an schrittweise wieder öffnen können, sollte die Infektionslage nicht schlechter werden. Die endgültige Entscheidung soll an diesem Mittwoch getroffen werden. Kitas und Grundschulen könnten im Wechselbetrieb «behutsam» wieder geöffnet werden. Sie sind wie die meisten weiterführenden Schulen seit dem 18. Dezember weitgehend geschlossen.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen sinkt in Baden-Württemberg im Zuge des Lockdowns weiter und liegt derzeit bei 86,9. Kurz vor Weihnachten lag diese Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten bei über 200.

(dpa/lsw)

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