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FDP-Fraktionschef fordert Abschaffung der Ausgangsssperre

12:05
26.01.2021
FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hat angesichts der sinkenden Corona-Infektionszahlen ein Ende der Ausgangsbeschränkungen am Abend und in der Nacht gefordert. «Es gibt keine Rechtfertigung mehr für die Ausgangssperre, wenn kein Kreis mehr über dem Inzidenzwert von 200 ist», sagte Rülke am Dienstag in Stuttgart bei der Enthüllung eines Großplakats für die Landtagswahl am 14. März. Die besonders strengen Beschränkungen im Südwesten, die von 20.00 Uhr bis 05.00 Uhr gehen, seien damit begründet worden, dass es Land- und Stadtkreise gebe, die eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 haben.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen ist landesweit auf 86,9 gesunken. Kurz vor Weihnachten lag diese sogenannte Inzidenz im Südwesten über 200. In vier Kreisen liegt der Wert derzeit bei unter 50, sie gelten damit nicht mehr als Risikogebiet. 29 Stadt- und Landkreise im Südwesten haben aktuell eine Inzidenz zwischen 50 und 100, 11 Kreise stehen zwischen 100 und 200. Am höchsten ist der Wert im Stadtkreis Heilbronn mit 161,9.

Rülke forderte angesichts der sinkenden Zahlen «eine nachvollziehbare Öffnungsstrategie». Die Hinweise von Bund und Ländern, der Lockdown müsse fortgesetzt werden, weil neue, aggressivere Virusvarianten die Lage zu verschärfen drohten, hält der FDP-Mann für nicht mehr nachvollziehbar. «Wenn man immer nur fürchtet, es könnten Mutanten kommen, dann kann man nie wieder öffnen.»

(dpa/lsw)

Trotz sinkenden Inzidenzwerts: Corona-Auflagen gelten landesweit

11:57
26.01.2021
Trotz der regional weiter sinkenden Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche erlaubt das Land auch abseits der offiziellen Risikogebiete keine Ausnahmen vom landesweiten Lockdown. «Derzeit sind regionale Lockerungen in Baden-Württemberg nicht geplant», sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag in Stuttgart. «Die Lage ist noch viel zu fragil, um jetzt schon Lockerungen ins Auge zu fassen.»

Zwar hat der sogenannte Inzidenzwert, also die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, in einigen Städten und Landkreisen im Südwesten die als kritisch geltende Marke von 50 wieder unterschritten. Nur dann sind die Gesundheitsämter nach Angaben des Ministeriums in der Lage, alle Kontaktpersonen nachzuverfolgen. Auf Landesebene liege der Wert aber noch bei etwa 90, sagte die Sprecherin. «Umfängliche Lockerungen können erst dann ins Auge gefasst werden, wenn sich dieser Wert landesweit auf deutlich unter 50 einpendelt.»

Außerdem sei noch nicht sicher, wie sich die als aggressiv bekannten Virus-Mutanten aus Großbritannien und Südafrika in Baden-Württemberg verteilten. «Wir wissen überhaupt noch nicht, wie sich das mittelfristig auf die Inzidenz auswirken wird.»

Am Montag hatte der Inzidenzwert landesweit bei 86,9 (Vortag: 90,0) gelegen. Kurz vor Weihnachten war noch ein Sieben-Tage-Wert im Südwesten von über 200 erfasst worden, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. In vier Kreisen lag der Wert zuletzt bei unter 50, sie gelten damit nicht mehr als Risikogebiet. Nach dem Stadtkreis Tübingen (49,4) und dem Hohenlohekreis (43,5) kamen auch noch der Stadtkreis Baden-Baden (39,9) und der Landkreis Emmendingen (44,5) hinzu.

Bereits seit knapp drei Wochen flacht die Zahl der Corona-Neuinfektionen landesweit ab. Gleichwohl haben Bund und Länder vor gut einer Woche aus Sorge um neue Virusvarianten den Lockdown bis 14. Februar verlängert.

(dpa/lsw)

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