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Labore: Corona-Mutante breitet sich aus - nun rund 30 Prozent Anteil

13:51
23.02.2021
Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 breitet sich nach Beobachtung eines großen Laborverbands in Deutschland weiter aus. Während sich die Rate der positiven Corona-Tests insgesamt in den vergangenen Wochen verringert habe, sei der Anteil der Mutante gewachsen, sagte Michael Müller, der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), am Dienstag in einer Videoschalte. In untersuchten Stichproben aus der vergangenen Woche habe der Anteil bei annähernd 30 Prozent gelegen. Die Angaben bilden die Ansteckungen von ungefähr ein bis zwei Wochen zuvor ab.

Müller sprach von einer erwartbaren Zunahme. In dieser Woche laufe in den Laboren wieder eine Erhebung für das Robert Koch-Institut (RKI). In dessen Berichten zur Entwicklung der Mutanten sind die ALM-Daten ein Baustein. Zuletzt hatte das RKI von einem Anstieg der britischen Variante von knapp 6 auf rund 22 Prozent in Stichproben binnen zwei Wochen berichtet.

Von den rund 934 000 Labortests in der Woche vom 15. bis 21. Februar waren nach ALM-Daten 6,47 Prozent positiv, die Auslastung habe bei 50 Prozent gegen. Auf ansteckendere Virusvarianten wird davon allerdings nur ein Bruchteil untersucht. Die ALM-Auswertungen basieren auf Daten von rund 170 Laboren und stellen den Angaben nach rund 90 Prozent des Testgeschehens in Deutschland dar.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich eine Absenkung der Hürden für einen PCR-Test angekündigt. Hintergrund sind die im Gegensatz zu Dezember wieder verfügbaren Testkapazitäten in den Laboren. Nun soll es demnach wieder möglich sein, dass jeder mit Symptomen eine PCR-Testung erhält, zuvor galt dies nur bei schwereren Anzeichen der Erkrankung. Auch die Durchführung von Corona-Schnelltests in vielen Bereichen führen dem Verband zufolge zur gesunkenen Auslastung der Labore.

(dpa)

Streit über Grenzen: EU-Kommissionsvize erwartet Konsens mit Berlin

13:51
23.02.2021
Im Streit mit Deutschland über verschärfte Grenzkontrollen in der Corona-Krise erwartet die EU-Kommission eine Einigung. «Wir sehen Bewegung bei der deutschen Regierung, um zu einem Konsens zu kommen», sagte Vizepräsident Margaritis Schinas am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson machte klar, dass sie von Deutschland erwarte, die gemeinsamen Empfehlungen der EU-Staaten zu erfüllen und Grenzen so weit wie möglich offen zu halten. «Es waren die Mitgliedsstaaten selbst, die darüber entschieden haben», sagte die Schwedin der dpa. Man müsse sicherstellen, dass Waren weiter fließen und Grenzpendler zur Arbeit könnten. «Wir können nicht eine Situation haben, in der ein Mitgliedsstaat etwas zustimmt und es dann nicht befolgt.» Sie erwarte, dass die Länder sich an die gemeinsamen Beschlüsse hielten.

Die EU-Kommission hatte Deutschland wegen der verschärften Einreiseregeln für Tschechien, die Slowakei und Tirol kritisiert und einige Vorgaben als unverhältnismäßig oder unbegründet bezeichnet. In einem Brief an den deutschen EU-Botschafter Michael Clauß mahnte die Brüsseler Behörde binnen zehn Werktagen eine Antwort an.

Vizepräsident Schinas spielte den Konflikt herunter. Man arbeite eng mit Berlin zusammen und verstehe, dass Deutschland versuche, seine Bevölkerung vor mutierten Coronaviren zu schützen, sagte er. «Dies ist kein Konflikt. Wir sind im Kontakt und haben noch Zeit, das zu diskutieren. Ich bin sicher, dass eine Art gemeinsames Verständnis entstehen wird.» Generell gelte es, in der Pandemie an einem Strang zu ziehen, sagte Schinas.

(dpa)

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