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20210212162454

WHO: Trotz Rückgang der Corona-Fälle Maßnahmen nicht lockern

16:14
12.02.2021
Die strikten Maßnahmen zur Eindämmung von Ansteckungen mit dem Coronavirus in vielen Ländern zeigen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Wirkung: Die Zahl neuer Todesfälle weltweit falle seit zwei Wochen, die neuer Infektionen seit vier Wochen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. «Das scheint darauf zurückzuführen zu sein, dass Länder die Schutzmaßnahmen strikter durchsetzen.»

Er verband dies mit einer Warnung: Selbstgefälligkeit sei fehl am Platz, sagte er. «Jetzt ist für kein Land der richtige Zeitpunkt, um Maßnahmen zu lockern, ebenso nicht für einzelne Menschen, in ihrer Wachsamkeit nachzulassen», sagte Tedros.

Die Zahlen waren von mehr als fünf Millionen gemeldeten Infektionen pro Woche weltweit Anfang Januar auf zuletzt gut drei Millionen zurückgegangen. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ging von fast 100 000 pro Woche Mitte Januar auf unter 90 000 zurück. Insgesamt waren der WHO bis Freitagmittag 107 Millionen Infektionen und 2,36 Millionen Todesfälle gemeldet worden.

(dpa)

Merkel drängt auf «kluge Öffnungsschritte»

15:13
12.02.2021
Kanzlerin Angela Merkel dringt darauf, bei anstehenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen nur schrittweise vorzugehen und die Folgen genau zu beobachten. «Es hängt jetzt von uns und klugen Öffnungsschritten ab, ob wir ohne eine groß ausgeprägte dritte Welle durch die Pandemie kommen - oder ob wir zu unvorsichtig sind und dann doch vielleicht wieder steigende Fallzahlen haben», sagte die CDU-Politikerin am Freitag einem Interview des ZDF-«heute journal». Wegen neuer Virus-Mutationen müsse man besonders aufmerksam sein.

Merkel verwies darauf, dass die von den Ländern geplanten Öffnungen von Schulen und Kitas schon «ein gewagter Schritt» seien. Sie sehe die große Bedeutung dieser Bereiche aber auch ein. Wenn zum 1. März dann auch Friseure wieder öffnen könnten, sei dies schon «ein Mehr an Kontakten, das man beobachten muss».

Für darauf folgende Öffnungen sei deswegen von Bund und Ländern die Marke von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen vereinbart worden, die unter dem Wert von 50 liege, ab dem «umfassende Schutzmaßnahmen» ergriffen werden müssten. Die 35 seien «eine Vorsichtszahl», ab der man schon erste Schutzmaßnahmen machen solle, erläuterte Merkel. Wenn man sie unterschreite, dürfe man im Umkehrschluss aber wieder an größere Öffnungsschritte denken.

Als Maßgabe der Öffnungsstrategie formulierte die Kanzlerin, dass immer dann der nächste Schritt möglich sei, wenn der vorherige nicht zu einem Anstieg der Fallzahlen geführt habe - sondern ein Niveau von 35 über einen Infektionszyklus von 14 Tagen stabil bleibe. Nach dem als nächstes folgenden Einzelhandel blieben dann noch drei Stränge: Schulen in höheren Jahrgängen, Berufsschulen und Unis, zweitens private Kontakte und drittens Kultur, Kinos, Theater, Gruppensport sowie Restaurants und Hotels. «Dann müssen wir politisch entscheiden, welche Öffnungsschritte aus welchem Strang wollen wir jetzt als nächste.»

(dpa)

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