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20210211112422

Virologe: 35er-Inzidenz könnte bis Anfang März erreicht sein

11:01
11.02.2021
Aus Sicht des Gießener Virologen Friedemann Weber könnte die von Bund und Ländern angepeilte bundesweite 35er-Inzidenz bereits Anfang März erreicht werden. «Ich kann mir vorstellen, dass man bis dahin auf den Zielwert von 35 kommt - wenn sich alle weiter an die verordneten Maßnahmen halten», sagte Weber am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Am Donnerstagmorgen lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) laut RKI bundesweit noch bei 64,2.

Abstand halten und Maske tragen helfe auch gegen die britische Mutante, sagte Weber. Zudem könne der zunehmende private Einsatz von Antigen-Schnelltests ein Schlüssel sein. «Das muss dann aber auch an ein Meldesystem gekoppelt sein.» Dennoch sei es jederzeit möglich, dass die Zahlen wieder ansteigen, warnte Weber. Daher brauche es nicht nur den Fokus auf Lockerungen, sondern es müsse auch klar festgelegt sein, welche Bereiche bei ansteigenden Zahlen wieder geschlossen werden.

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch auf eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März verständigt. Sollte bis dahin die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen auf unter 35 je 100 000 Einwohner sinken, sollen die Beschränkungen schrittweise gelockert werden. Zuvor hatte die Bundesregierung eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 angestrebt. «Ich bin positiv überrascht, dass man jetzt die Inzidenz von 35 einzieht und sich nicht nur über die 50 freut. Je niedriger, desto besser», sagte Weber. Perspektivisch sei auch denkbar, in Regionen mit besonders niedrigen Infektionszahlen «grüne Zonen» einzurichten und die Einschränkungen lokal herunterzufahren.

Mit Blick auf die angepeilten früheren Lockerungen bei Schulen sagte Weber, diese seien «infektiologisch gesehen nicht gut». Aus gesellschaftlicher Sicht seien sie aber verständlich. «Da wird man sehen, wie gut man damit leben kann.» Ähnliches gelte für die Öffnung von Friseursalons. Wichtig sei, dass dabei Masken getragen werden.

(dpa)

Corona-Sondersendungen sind quotenstark

10:52
11.02.2021
Die Sondersendungen zur Lockdown-Verlängerung sind am Mittwochabend auf großes Interesse der Fernsehzuschauer gestoßen. Das «ZDF Spezial» zu den Beschlüssen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder schalteten ab 19.25 Uhr im Zweiten 4,25 Millionen (14,5 Prozent) ein. Das Erste erreichte mit der Sondersendung «ARD extra: Die Corona-Lage» 5,63 Millionen (16,4 Prozent). Das «RTL Aktuell Spezial» kam ab 20.05 Uhr auf 2,74 Millionen (7,9 Prozent), bei der verlängerten Hauptausgabe der Sat.1 Nachrichten saßen 1,60 Millionen (4,7 Prozent) vor dem Bildschirm.

(dpa)

Tagesbefehl: Corona-Hilfe hat für Deutschland oberste Priorität

10:04
11.02.2021
Die Bundeswehr wird ihren Einsatz in der Corona-Pandemie wenn nötig noch deutlich verlängern. «Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder haben uns gebeten, unseren Hilfseinsatz bei der Testdurchführung in Alten- und Pflegeeinrichtungen bis Ostern fortzusetzen. Wir werden das tun, falls nötig auch darüber hinaus», schrieben Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Generalinspekteur Eberhard Zorn am Donnerstag in einem Tagesbefehl an die Truppe. Auch könne das Unterstützungskontingent auf mehr als die bisher eingesetzten 25 000 Soldaten erhöht werden.

Der Einsatz verlange der Bundeswehr viel ab. «Und klar ist auch, dass die Corona-Pandemie die Bundeswehr als Ganzes fordert - von der Ausbildung bis zum Einsatz. Das wird absehbar so bleiben, die Lage wird auch weiterhin keine Rückkehr zur gewohnten Routine erlauben», heißt es in dem Tagesbefehl, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag. «Manches wird liegenbleiben, das wir später nachholen müssen.» Die Bewältigung der Corona-Pandemie habe oberste Priorität. Zugleich unternehme die Bundeswehr alles, um den Kernauftrag zu erfüllen.

(dpa)

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