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Pläne für VW-Impfzentren konkreter

10:42
10.02.2021
Bei Volkswagen werden die Planungen zum Aufbau eigener Corona-Impfzentren konkreter. Das Unternehmen stellte am Mittwoch einige Abläufe in den bestehenden Virustest-Einrichtungen auf digitale Prozesse um, damit entsprechende Kapazitäten im Fall einer Beteiligung an der Impfkampagne verfügbar sind. «Einer der Hintergründe ist, dass wir mit Blick auf die Möglichkeit, dass wir Teil der deutschen Impfstrategie werden könnten, schon jetzt personelle Ressourcen schaffen möchten», erklärte der Chef des betrieblichen Gesundheitswesens im VW-Konzern, Lars Nachbar.

Im Dezember hatte seine für das Stammwerk Wolfsburg zuständige Kollegin Katharina Bruderek über den Zwischenstand der Vorbereitungen berichtet. Auch auf dem Gelände weiterer Volkswagen-Standorte könnten demnach Impfzentren entstehen - man müsse zunächst aber noch genauere Vorgaben des Bundes abwarten, hieß es damals. Abstimmungen mit den Gesundheitsbehörden waren bereits angestoßen worden.

VW hat seit dem Sommer etwa 25 000 Corona-Tests in der Belegschaft gemacht. Anmeldedaten lassen sich nun über das Netz oder eine App eingeben, auch die Abfrage des Ergebnisses kann digital ablaufen.

In verschiedenen Branchen werden Wege zu einer möglichst raschen Impfung diskutiert. «Wir benötigen eine Langzeitstrategie, um den Impfschutz der Bevölkerung voranzubringen», forderte der Chef des Bezirks Nord bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Ralf Becker. «So wäre es beispielsweise sinnvoll, wenn die Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Impfschutz durch die Betriebsärzte anbieten können.»

Der Arbeitgeberverband Chemie-Nord rief die Beschäftigten auf, sich sofort impfen zu lassen, sobald genug Dosen zur Verfügung stehen. «Natürlich ist die Impfung dann kein sofortiger Freifahrtschein», so Hauptgeschäftsführer Jochen Wilkens. «Sie ist aber ein äußerst wichtiger Schritt in eine sorgenfreiere Zeit ohne Corona.»

(dpa)

Bundeskabinett beschließt umstrittenes Paket zum Insektenschutz

10:41
10.02.2021
Das Bundeskabinett hat an diesem Mittwoch nach monatelangem Ringen das Gesetzespaket zum Insektenschutz beschlossen. Wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Vormittag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mitteilten, sind sowohl die Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes (gemeinhin bekannt als Insektenschutzgesetz) als auch die Änderung der sogenannten Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung auf den Weg gebracht worden.

Die beiden Vorhaben waren im Vorfeld auf heftigen Widerstand gestoßen - sowohl aus den Bundesländern als auch seitens der Landwirte. Diese befürchten wirtschaftliche Einbußen durch einen restriktiveren Einsatz von Pestiziden, den vor allem die Verordnung zum Pflanzenschutz neu regelt.

Der Entwurf des Insektenschutzgesetzes sieht unter anderem vor, dass Biotope wie Streuobstwiesen und artenreiches Grünland für Insekten als Lebensräume erhalten bleiben. Auch die Lichtverschmutzung als Gefahr für nachtaktive Insekten soll künftig eingedämmt werden.

Die parallel vom Bundeslandwirtschaftsministerium eingebrachte Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung regelt unter anderem den Einsatz des umstrittenen Herbizids Glyphosat. Die Anwendung soll zunächst stark eingeschränkt und bis Ende 2023 ganz verboten werden. In Schutzgebieten sind ebenfalls Verbote für andere Pflanzenschutzmittel vorgesehen. Bundesumweltministerin Schulze verteidigte die Beschlüsse am Mittwoch und nannte sie «eine gute Nachricht für die Insekten und die Zukunft unserer Ökosysteme».

(dpa)

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