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Deutschland-Tourismus bricht im Corona-Krisenjahr ein

08:07
10.02.2021
Reisebeschränkungen und zeitweise Übernachtungsverbote für Privatleute in der Corona-Pandemie haben das Hotelgewerbe in Deutschland 2020 mit voller Wucht getroffen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem In- und Ausland gegenüber dem Vorjahr um 39,0 Prozent auf das Rekordtief von 302,3 Millionen. Es war der niedrigste Stand seit dem Vorliegen gesamtdeutscher Ergebnisse im Jahr 1992, wie die Wiesbadener Behörde am Mittwoch auf Anfrage bestätigte.

Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland sank im Vorjahresvergleich um gut ein Drittel (minus 33,4 Prozent) auf 270,3 Millionen. Bei Reisenden aus dem Ausland wurde ein noch stärkerer Einbruch um knapp zwei Drittel (minus 64,4 Prozent) auf 32,0 Millionen verzeichnet.

Der Einbruch infolge des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 ließ sich auch nicht durch eine mancherorts gute Sommersaison kompensieren. Seit Herbst sind touristische Übernachtungen in Hotels zudem wieder tabu. Es fehlten auch Geschäftsreisende und internationale Gäste. Wegen der Pandemie wurden reihenweise Messen, Konferenzen und andere Veranstaltungen abgesagt. Der weltweite Reiseverkehr wurde eingeschränkt. So galt beispielsweise von Mitte März bis Ende Juni 2020 ein Einreiseverbot für Bürger aus Nicht-EU-Staaten.

Im Dezember 2020 wurden lediglich 6,7 Millionen Übernachtungen gezählt, das waren 78,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Von den etwa 52 000 statistisch erfassten Beherbergungsbetrieben hatten rund 60 Prozent geöffnet.

Die Wiesbadener Statistiker berücksichtigen Unterkünfte mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten. Im Jahr 2019 hatte der Deutschland-Tourismus noch das zehnte Rekordjahr in Folge hingelegt.

(dpa)

Kretschmann: «Niemand kann Öffnungsorgien erwarten»

08:06
10.02.2021
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Erwartungen an schnelle Lockerungen der Corona-Regeln gedämpft. Wenn die landesweiten Inzidenzen über einen gewissen Zeitraum unter 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner sind, werde man vorsichtige Öffnungsschritte gehen, sagte er der «Badischen Zeitung» und der «Südwestpresse» (Mittwoch). «Niemand kann aber erwarten, dass wir gleich eine Öffnungsorgie starten.» Dafür sei die Lage zu fragil. «Die Erfahrungen anderer Länder zeigen: Zu frühe Öffnungen führen zu Rückschlägen und damit zu noch härteren Maßnahmen.» Jeder müsse seine Kontakte einschränken.

Zur sinkenden Zustimmung zur Pandemie-Politik in der Bevölkerung sagte Kretschmann: «Wenn man den Kampf gegen das Virus mit einem Krieg vergleichen würde, müsste man sagen: Die Leute werden langsam kriegsmüde.»

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den die Ministerpräsidenten wollen am Mittwoch bei einem Krisen-Gipfel über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Krise beraten.

(dpa)

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