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20210205045852

Studien: Besserer Sex dank Corona

04:52
05.02.2021
Die Corona-Krise ist nach Ansicht von Beziehungsexperten keine schlechte Zeit für Sex in der Partnerschaft - ganz im Gegenteil. Das geht aus zwei noch unveröffentlichten Studien des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) und der Hochschule Merseburg hervor, deren erste Ergebnisse der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

In der Umfrage aus Merseburg gaben nach Angaben von Studienleiter Heinz-Jürgen Voß, Professur für Sexualwissenschaft und Sexuelle Bildung, 72 Prozent der befragten Männer in einer Partnerschaft an, ihre partnerschaftliche Situation habe sich durch Corona nicht verschlechtert, für 16 Prozent war sie sogar besser geworden. Nur zwölf Prozent hielten die Situation für schlechter als vor dem Lockdown. Von den Frauen in einer Partnerschaft nahmen sogar 30 Prozent eine Verbesserung wahr, für 58 Prozent war die partnerschaftliche Situation unverändert, für zwölf Prozent schlechter.

Die Befragung im Auftrag des Ministeriums für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt könne im statistischen Sinne zwar nicht als repräsentativ für die gesamte Bevölkerung Deutschlands gelten. «Aber wichtige Anhaltspunkte kann sie geben», betonte Voß.

Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt auch die internationale Studie des Instituts für Sexualforschung am UKE. «Die Hälfte der Befragten erlebte keine Veränderung in der partnerschaftlichen Sexualität, von der Hälfte, bei der es Veränderungen gab, nannten etwas mehr Befragte positive Veränderungen», sagte die Leiterin des deutschen Teils der Studie, Johanna Schröder, der dpa. Neben Deutschland haben noch Institute in der Türkei, in Kroatien, Portugal, Schweden, den Niederlanden, Frankreich und Tschechien teilgenommen.

(dpa)

Krank zur Arbeit: Psychologe hofft auf Ende des Präsentismus

04:51
05.02.2021
Der Psychologe Simon Hahnzog erwartet durch die Corona-Krise einen Wandel beim sogenannten Präsentismus in der Arbeitswelt. Damit ist gemeint, dass jemand arbeiten geht (präsent ist), obwohl er oder sie krank ist. «Von allen krankheitsbedingten Folgekosten entfielen auf den Präsentismus bislang etwa zwei Drittel», sagt der Experte für Gesunde Arbeit. «Dieser enorme volkswirtschaftliche Schaden dürfte in der nächsten Zeit geringer ausfallen, weil niemand mehr will, dass Kolleginnen und Kollegen krank zur Arbeit kommen - oder das schlichtweg nicht mehr dürfen.»

Neben echter Krankheit mit Zuhausebleiben sowie dem Präsentismus gibt es auch sogenannten Absentismus (von Abwesendsein) - sprich: die, die sich krankschreiben lassen, obwohl sie gesund sind.

Hahnzog ist skeptisch, ob alte Normen wie «Wenn du wirklich leistungsorientiert und professionell bist, gehst Du auch krank in die Arbeit» oder «Wer sich krankschreiben lässt, ist faul» der Vergangenheit angehören. «Besser wäre das jedoch - sowohl für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft als auch für deren nachhaltige und krisensichere Entwicklung», sagt der Psychologe.

In Bezug auf die Wirtschaft allgemein hofft Hahnzog, dass das Thema «Gesundheit» mehr als nur ein Lippenbekenntnis von Unternehmen bleibt. «Inzwischen muss ich niemandem mehr erklären, dass zwischen Gesundheit der Beschäftigten und betriebswirtschaftlicher Gesundheit eines Unternehmens ein gewisser Zusammenhang besteht.» Diese Erkenntnis werden wohl nicht alle in die Tat umsetzen, schätzt der Psychologe, aber es sei stark davon auszugehen, dass nur diejenigen Unternehmen in zumindest wirtschaftlich stark entwickelnden Ländern wie Deutschland in zehn bis 15 Jahren noch existieren, die «Gesunde Arbeit» als eines der zentralen Strategie-Elemente umsetzen.

(dpa)

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