Letztes Update:
20210205045157

Psychotherapeuten fordern mehr Flexibilität bei Videobehandlungen

04:48
05.02.2021
Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) setzt sich für mehr Möglichkeiten zu Videogesprächen in der Behandlung auch nach der Corona-Zeit ein. Patienten und Psychotherapeuten sollten gemeinsam entscheiden können, ob und wie oft eine Videobehandlung angemessen ist, erklärte Präsident Dietrich Munz der Deutschen Presse-Agentur. «Dabei ist eine Psychotherapie aus einer Hand wesentlich, unabhängig davon, ob sie als Präsenz- oder Videobehandlung durchgeführt wird.» Eigentlich sehen die gesetzlichen Vorgaben unter anderem vor, dass ein Psychotherapeut höchstens 20 Prozent aller Behandlungsfälle ausschließlich per Videosprechstunde behandeln darf. Während der Pandemie sind diese Regeln ausgesetzt.

Einer Umfrage der BPtK zufolge können 88,5 Prozent der Therapeuten sich vorstellen, auch künftig Videobehandlungen durchzuführen. Die Vorteile seien dabei unter anderem mehr Kontinuität in der Behandlung und weniger Aufwand. Nachteile seien etwa fehlende Informationen zum Beispiel über das Verhalten des Patienten oder technische Probleme. Auch sei ein Videogespräch nicht für jeden Patienten geeignet.

(dpa)

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Donnerstag, 4. Februar

Angela Merkel sieht "leichtes Licht" am Ende des Tunnels

19:47
04.02.2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der Corona-Krise Grund zur Hoffnung, hat aber mit Blick auf mögliche Lockerungen zugleich vor «falschen Hoffnungen» gewarnt. «Ich sehe ein leichtes Licht am Ende des Tunnels, aber es ist eine unglaublich schwere Zeit», sagte Merkel am Donnerstag in einem Interview der Sender ntv und RTL. Der Scheitelpunkt der zweiten Welle sei überschritten. Die Infektionszahlen gingen deutlich herunter, es kämen zunehmend Impfungen. Allerdings seien Zielwerte noch nicht erreicht.

Merkel verwies auf die Gefahr durch Mutationen des Virus. Sie warb erneut um Verständnis für ihre Politik. Sie müsse immer wieder «harte Entscheidungen» treffen. «Und wie gerne würde ich auch was Gutes verkünden. Aber es hat ja keinen Sinn, wir dürfen ja auch keine falschen Hoffnungen wecken, und deshalb versuche ich, immer realistisch zu sein.»

Bund und Länder wollen am 10. Februar über ihr weiteres Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Bei ihren Beratungen am 19. Januar hatten sie beschlossen, den Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis Mitte Februar zu verlängern. Restaurants und Bars, Freizeiteinrichtungen sowie viele Geschäfte bleiben zumindest bis zu diesem Zeitpunkt geschlossen. Bund und Länder hatten aber zugleich vereinbart, dass eine Arbeitsgruppe ein Konzept für eine «sichere und gerechte» Öffnungsstrategie erarbeiten soll.

Auf die Frage, was bei der Konferenz mit den Länder-Regierungschefs herauskommen werde, sagte Merkel: «Ich kann's Ihnen noch nicht sagen, was wir Mittwoch machen werden, weil ich noch fünf Tage die Entwicklung abwarten muss. Weil ich mir angucken muss, wie weit ist das britische Virus schon vorgedrungen.»

Deutschland könne es sich nicht leisten, in eine Situation zu geraten, wie es etwa Portugal passiert sei: «Große Öffnungen um die Weihnachtszeit, die britische Version des Virus, und dann ein überlastetes Gesundheitssystem».

Merkel sagte, es solle am Mittwoch eine Entscheidung geben, die insgesamt für die Wirtschaft gut sei. «Wenig Infektionszahlen bedeuten auch eine bessere Situation für die Wirtschaft, das haben alle Untersuchungen gezeigt.» Sie bekräftigte Aussagen, die Alternativen seien nicht Gesundheit oder Wirtschaft beziehungsweise Gesundheit oder Bildung, sondern beides gemeinsam.

Die Kanzlerin zeigte sich in dem Interview betroffen über Schicksale von alten Menschen, die bei ausbleibenden Impfungen in Angst vor einer tödlich verlaufenden Corona-Infektion leben müssen. «Da gibt es dramatische Schicksale.» Umso mehr müsse man die anderen Schutzregeln einhalten, gerade in den Pflegeheimen. «Wir müssen jetzt ganz, ganz vorsichtig noch sein, damit auf den letzten Metern nicht so viele Menschen noch sterben.» Merkel verteidigte zudem ihre Entscheidung, die Impfstoffe über die EU-Kommission zu erwerben. Verzögerungen bei der Lieferung von Impfstoffen stehen heftig in der Kritik.

(dpa)

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