Letztes Update:
20210204112530

IWH: Bisher keine bundesweite Insolvenzwelle abzusehen

11:03
04.02.2021
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach einem Anstieg im Dezember zu Beginn des Jahres 2021 wieder zurückgegangen. Im Januar meldeten in Deutschland rund 690 Personen- und Kapitalgesellschaften Insolvenz an, wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) am Donnerstag mitteilte. Somit liege die Zahl im Januar um 23 Prozent unter dem Dezemberwert, aber über dem Mittelwert der vorangegangenen Monate zwischen August und November.

Im Vergleich zum Januar 2020 ist die Zahl der gemeldeten Insolvenzen nach Aussage des IWH sogar zurückgegangen. Die Gründe für die niedrigen Insolvenzzahlen sieht das Institut zum Teil in den staatlichen Hilfsmaßnahmen in der Krise, in einer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und in einer abwartenden Haltung der Unternehmen. «Viele Unternehmen sind gesund und mit finanziellen Polstern in die Krise gegangen und können bis zum Wiederaufschwung nach der Krise durchhalten», sagte der Leiter der Abteilung Strukturwandel und Produktivität, Steffen Müller.

Auch auf die kommenden Monate blickt Müller optimistisch. Die bis April ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für Unternehmen, die für die sogenannten November- und Dezemberhilfen antragsberechtigt sind, dürfte die Insolvenzentwicklung dämpfen. «Die Analyse unserer Frühindikatoren zeigt, dass auch in den nächsten Monaten nicht mit einer Insolvenzwelle zu rechnen ist», so Müller.

(dpa)

Ethikrat: Keine Impfbevorzugung für Profisportler

10:36
04.02.2021
Eine bevorzugte Impfung von Profisportlern, die an den Olympischen Spielen oder anderen internationalen Meisterschaften teilnehmen, ist aus Sicht des Deutschen Ethikrates nicht vertretbar. «Profisportler haben aus sich selbst heraus im Vergleich zu den Hochrisikogruppen deutlich geringere Risiken und setzen sich selbst auch nicht für andere Risiken aus. Deswegen würde ich sagen, dass Profisportler nicht unter diese Priorisierungsregeln fallen und man da nicht eine Art von Sonderausnahme machen sollte», sagte die Vorsitzende des Ethikrates, Alena Buyx (43), am Donnerstag in Berlin.

Der Ethikrat, die Ständige Impfkommission und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina haben einen rechtsethischen Rahmen ausgearbeitet. Für die Priorisierung sollen diejenigen bevorzugt geimpft werden, die besonders gefährdet sind, besonders hohe Risiken haben, sich aber auch selbst besonderen Risiken für die Gesellschaft aussetzen. «Deswegen gibt es aus unserer Sicht keinen ethischen Grund, Gruppen, die nicht darunter fallen, zu bevorzugen», sage Buyx in Bezug auf den Profisport.

Diese Argumentation treffe auch bei der Frage zu, ob es vertretbar wäre, geimpfte Zuschauer zu Sportveranstaltungen zuzulassen. «Es wird zunächst erstmal die Entscheidung getroffen werden müssen, ob die Veranstaltungen unter den jeweils gegebenen Umständen stattfinden können und deswegen gehe ich davon aus, dass wir das nicht im Einzelnen auseinander dividieren können und müssen», sagte Buyx.

IOC-Präsident Thomas Bach hatte zuletzt den Wunsch bekräftigt, dass sich möglichst viele Sportler vor ihrer Reise zu den Olympischen Spielen in Japan impfen lassen. Für möglichst rechtzeitige Corona-Impfungen der Teilnehmer der Tokio-Spiele sollen alle 206 Nationalen Olympischen Komitees nach dem Willen des Internationalen Olympische Komitees Gespräche mit den jeweiligen Regierungen aufnehmen.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen