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Baden-Württemberger meldeten sich im Corona-Jahr weniger krank

10:29
04.02.2021
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Baden-Württemberg haben sich laut Erhebungen von Krankenkassen im Corona-Jahr 2020 weniger krankschreiben lassen als anderswo in Deutschland. Im Südwesten hätten die Erwerbstätigen im Schnitt pro Kopf 12,3 Tage wegen Krankheit an der Arbeit gefehlt, teilte die Techniker Krankenkasse (TK) am Donnerstag mit. Das seien knapp drei Tage weniger als im Bundesschnitt. Zu ähnlichen Schlüssen kommt die DAK: In Baden-Württemberg habe es je 100 Versicherten knapp 1260 Fehltage gegeben - etwa 240 weniger als im Bundesschnitt.

Auch im Vergleich zum Vorjahr - als die Corona-Pandemie Deutschland noch nicht erreicht hatte - sank der Krankenstand in Baden-Württemberg den Krankenkassen-Daten zufolge leicht. Ein Grund sei vermutlich, dass die Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auch die Übertragungen anderer Krankheiten verhinderten, erklärte Siegfried Euerle, Landeschef Gesundheit der DAK Baden-Württemberg.

Laut Daten der AOK wurden insbesondere Erkältungskrankheiten bei den Arbeitnehmern im Land deutlich seltener diagnostiziert. Bei Infektionen der unteren Atemwege ging der Anteil gemessen an den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen demnach im Vergleich zu den Vorjahren um 44 Prozent zurück, bei Infektionen der oberen Atemwege um 13 Prozent. Dabei wurde jedoch der Monat Dezember noch nicht mit eingerechnet.

(dpa)

Fünf Kreise über Sieben-Tage-Inzidenz von 100 - woran liegt das?

10:28
04.02.2021
Baden-Württemberg ist bei den Corona-Zahlen auf einem guten Weg, doch liegen immer noch fünf Stadt- und Landkreise über dem Wert von 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Der Wert war in der Stadt Heilbronn am Mittwoch mit 155,6 am höchsten, gefolgt vom Ortenaukreis (119,3), dem Landkreis Waldshut (112,9), dem Alb-Donau-Kreis (106,1) und dem Landkreis Tuttlingen mit 100,9. Vier Kreise unterschreiten sogar die Sieben-Tages-Inzidenz von 35, allem voran der Landkreis Emmendingen mit einem Wert von 22,8. Ein Erklärungsversuch für die Zahlen in den betroffenen Regionen:

HEILBRONN: Je mehr Menschen getestet werden, desto mehr Übertragungen des Corona-Virus könnten gestoppt werden, sagt eine Sprecherin der Stadt. Das Gesundheitsamt schickt alle engen Kontaktpersonen zum Test - jene mit Symptomen genauso wie jene ohne Symptome. Während mit dieser Strategie in Heilbronn möglichst viele Infizierte entdeckt werden, die Dunkelziffer gesenkt wird und damit weitere Ansteckungen verhindert werden, steigt parallel dazu aber auch die Zahl der gemeldeten Infizierten - und mit ihnen die 7-Tage-Inzidenz.

ORTENAUKREIS: Nach Auskunft des Landratsamtes können keine besonderen Ursachen festgestellt werden, die im Kreis zu einem anderen Pandemiegeschehen führen als in anderen Kreisen. Landrat Frank Scherer sagte, die 7-Tage-Inzidenzen seien wenig aussagekräftig, denn es werde nicht erhoben, wie viele Testungen in den einzelnen Kreisen gemacht würden. Kreise, die mehr testeten, stellten mehr positive Fälle fest und wiesen somit auch höhere Inzidenzen auf. Es gebe Hinweise darauf, dass im Ortenaukreis mehr getestet werde als anderswo, sagte Scherer.

WALDSHUT: Im Landkreis Waldshut sind Altenheime besonders stark von Infektionen betroffen. Es gab und gibt in verschiedenen Einrichtungen Ausbrüche, wie der Sprecher des Landratsamtes, Tobias Herrmann, mitteilte. Ansonsten herrscht eine diffuse Verbreitung in der Bevölkerung. Bei 32 Positivfällen wurden Coronavirus-Mutationen bestätigt. Alle Mutationsfälle konnten laut Herrmann auf zwei Infektionsherde zurückgeführt werden. Trotz des deutlichen Anstiegs funktioniere die Nachverfolgung gut und das Auftreten der Mutationen könne konkreten Infektionsgeschehen zugeordnet werden. «Die Mutationen tragen deutlich zur Steigerung der Inzidenz bei.»

ALB-DONAU-KREIS: Bei den noch vergleichsweise hohen Inzidenzwerten spielen Cluster von Ausbrüchen eine Rolle. Dazu gehören nach Auskunft des Landratsamtes beispielsweise die Ausbrüche in Pflegeheimen im Landkreis. Dazu kommen neue Covid-19-Fälle durch Ausbrüche im Zusammenhang mit Virusmutationen. «Die Ursachen für hohe oder niedrige Inzidenzwerte sind viel zu komplex, als dass man sie auf die Gleichung «viele Testungen - hohe Inzidenz» und «wenige Testungen, niedrige Inzidenz» reduzieren kann», sagte Behördensprecher Bernd Weltin.

TUTTLINGEN: Die hohen Fallzahlen führt das Landratsamt auf mehrere Ausbrüche in Pflegeheimen sowie eine private Wanderung in Mühlheim an der Donau zurück. «Wir waren bereits auf einem guten Weg, den Schwellenwert von 100 zu unterschreiten», sagte Behördensprecherin Julia Hager. Es werde nach wie vor auf einem hohen Niveau getestet und die Nachverfolgung der Kontaktpersonen funktioniere. Diese gehöre zu den effektiven Maßnahmen. «Hierauf führen wir unter anderem unsere hohe Trefferquote bei Testungen zurück», sagte Hager.

(dpa)

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