Letztes Update:
20210126201452

Virologin Ciesek: Corona-Mutationen aufzuhalten geht nur europaweit

20:13
26.01.2021
Um die Ausbreitung von Coronavirus-Varianten aus anderen Ländern zu verlangsamen, braucht es aus Sicht von Wissenschaftlern einen europaweiten Plan. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek und andere fordern in der Fachzeitschrift «The Lancet» unter anderem einheitliche Regeln für Einreisende. «Wir müssen versuchen, die Ausbreitung der Varianten in Deutschland zu verzögern», sagte Ciesek am Dienstag im NDR-Podcast «Coronavirus-Update». «Das kann nur europaweit funktionieren - weil wir nicht isoliert auf einer Insel leben.»

In Deutschland wurden bisher Mutationen des Coronavirus aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien nachgewiesen. Die Variante aus Großbritannien sei sicher ansteckender, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt/Main. Ob sie auch tödlicher sei, «kann man im Moment noch nicht abschätzen». Wegen größerer Nähe, vieler Kontakte und verschiedener Verkehrswege sei es kaum möglich, diese Variante aufzuhalten. Man könne und müsse aber die Ausbreitung verlangsamen.

Die beiden - sich stärker ähnelnden - Varianten aus Brasilien und Südafrika seien in Deutschland noch kaum verbreitet, sagte Ciesek. Alle Fälle seien «importiert», es seien keine Folgeansteckungen bekannt. Da diese Mutationen nur über Flughäfen eingeschleppt werden könnten, habe man hier bessere Chancen: «Wenn man konsequent testet, nachverfolgt und in Quarantäne steckt, hat man, glaube ich schon eine Chance, dass man das eine Weile eindämmen kann.»

(dpa)

Sanofi will beim Abfüllen des Biontech-Pfizer-Impfstoffs helfen

20:12
26.01.2021
Der französische Pharmakonzern Sanofi will dem Mainzer Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer beim Abfüllen des Corona-Impfstoffs unter die Arme greifen. «In unserem Werk in Frankfurt werden wir das Produkt verpacken, das uns ab Juli von Pfizer-Biontech geliefert wird», sagte Sanofi-Generaldirektor Paul Hudson der Zeitung «Le Figaro» am Dienstag. «Wir sollten in der Lage sein, bis Ende des Jahres mehr als 100 Millionen Dosen zu liefern, die für die Europäische Union und damit teilweise für Frankreich bestimmt sind», sagte Hudson.

«Da wir mit unserem Hauptimpfstoff einige Monate hinter dem Zeitplan zurücklagen, fragten wir uns, wie wir uns jetzt nützlich machen könnten», so Hudson weiter. Das Abfüllen des Impfstoffs müsse in einer sterilen Umgebung und bei einer sehr niedrigen Temperatur erfolgen. Sanofi wolle das in einem großen Maßstab tun. Da die Sanofi-Produktionsstätte in der Nähe des Biontech-Hauptsitzes in Mainz liege, werde das die Sache erleichtern.

Die Arbeit an eigenen Impfstoffen wolle Sanofi fortsetzen. Zuletzt war bekanntgeworden, dass die Corona-Impfstoffentwicklung von Sanofi und GSK (GlaxoSmithKline) sich verzögere. «Wir streben eine Markteinführung im letzten Quartal des Jahres an», bestätigte Hudson frühere Angaben. Man sei zuversichtlich. Die ersten Ergebnisse zur Dosierung und Wirksamkeit werde man voraussichtlich im Mai erhalten, danach könne man mit großangelegten Tests beginnen.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen