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20210201114702
Sebastian Gollnow

Bayer will Covid-19-Impfstoff von Curevac produzieren

09:57
01.02.2021
Der Pharmakonzern Bayer will in die Produktion von Covid-19-Impfstoffen einsteigen. Das Präparat wird vom Tübinger Biotechnologie-Unternehmen Curevac derzeit noch entwickelt.

Der Pharmakonzern Bayer will in die Produktion von Covid-19-Impfstoffen einsteigen. Bayer-Vorstand Stefan Oelrich teilte am Montag mit, eine eingehende Prüfung der eigenen Möglichkeiten habe ergeben, «dass wir über die erforderlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten verfügen, den mRNA-basierten Impfstoff von Curevac herstellen zu können». Das Präparat wird vom Tübinger Biotechnologie-Unternehmen Curevac derzeit noch entwickelt. Es basiert wie die Impfstoffe von Biontech und Moderna auf sogenannten «messenger RNA» (Boten-RNA).

Bereits Anfang Januar hatten Bayer und Curevac eine Kooperation bekanntgegeben, die zunächst aber nur Zulassungsarbeiten und andere Dienstleistungen des Großkonzerns für das kleine schwäbische Unternehmen umfasste.

Der Curevac-Chef Franz-Werner Haas sagte: «Zum Ende des Jahres werden wir mehrere hundert Millionen Dosen zur Verfügung haben.» Für das Jahr 2022 seien bisher 600 Millionen Dosen geplant gewesen. Durch Ausweitung des bestehenden Produktionsnetzwerkes würden es nun mindestens eine Milliarde werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßte die Zusammenarbeit beider Unternehmen. Curevac sei noch auf dem Weg zur Zulassung, erläuterte er. «Wir werden Impfstoffe brauchen über den Sommer hinaus.» Noch sei unklar, ob es Auffrischimpfungen brauche. «Zum Zweiten kann es möglich werden, durch Mutationen, dass ein Impfstoff auch angepasst werden muss.» Neben diesen längerfristigen Perspektiven seien kurzfristige Verbesserungen wichtig, die an diesem Montag auf dem geplanten Impfgipfel besprochen werden sollen. Haas betonte, der eigene Impfstoff könne auch eine Grundlage dafür sein, auch möglichen weiteren Pandemien Herr zu werden.

(dpa)

Theologin: Impfung keine Pflicht, aber Beitrag des Einzelnen

08:34
01.02.2021
Die Tübinger Theologin Elisabeth Gräb-Schmidt hat in einem Zeitungsinterview erneut die Impfung als moralische Pflicht ins Spiel gebracht. Auch wenn die Frage der Ansteckung noch nicht geklärt sei, seien zumindest die Geimpften geschützt und zumindest weniger ansteckend, sagte sie dem «Reutlinger Generalanzeiger» (Montag). «Das heißt: Wir kommen schneller aus dieser Pandemie heraus. Das ist im Interesse des Gemeinwohls und auch im Interesse der Einzelnen.» Eine moralische Pflicht sei aber keine rechtliche Pflicht. «Es ist keine Bevormundung. Es wird an die Einzelnen appelliert, einen Beitrag zu leisten», sagte Gräb-Schmidt, die auch Mitglied des Deutschen Ethikrates ist.

Eine Impfpflicht mache keinen Sinn, wenn man nicht sicher wisse, dass Geimpfte nicht ansteckend seien, sagte sie dem Blatt weiter. «Vorstellbar wäre es für bestimmte berufsspezifische Gruppen, aber das ergibt derzeit keinen Sinn.» Man könne auch nicht den Pflegenden, die am Anschlag seien mit ihrem Einsatz, gegen ihren Willen etwas verordnen, das ohnehin problematisch sei. «Außerdem ist die Impfunwilligkeit bei den Pflegepersonen ohnehin mehr oder weniger ein Gerücht, das in die Welt gesetzt worden ist. Es ist nicht so, dass die Pflegenden generell unwilliger wären, sich impfen zu lassen als andere Personen.»

(dpa/lsw)

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