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20201224102345

Lieferplan: 87 750 Dosen Impfstoff pro Woche für den Südwesten

09:34
24.12.2020
Ab Ende Dezember sollen zunächst 87 750 Dosen des Corona-Impfstoffs pro Woche in den Südwesten geliefert werden. So steht es in einem Lieferplan des Mainzer Unternehmens Biontech, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Liefermenge richtet sich nach der Zahl der Einwohner des Bundeslandes. Am Wochenende soll eine erste Tranche von 9750 Dosen im Südwesten eintreffen. Am 28. Dezember ist dann die nächste Lieferung für das Land geplant - 78 000 Dosen. Am 30. Dezember sollen weitere 87 750 folgen - diese Menge soll dann jede Woche bis auf Weiteres nach Baden-Württemberg geliefert werden. Das Impfen soll am Sonntag bereits in allen Impfzentren im Land starten.

(dpa)

Polizeigewerkschaft: Demonstrationen vor Corona-Impfzentren verbieten

09:33
24.12.2020
Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat ein Demonstrationsverbot vor Corona-Impfzentren in Deutschland gefordert. «Wir brauchen Demoverbote, sowohl auf den Transportstrecken als auch bei den Impfstationen», sagte Wendt der «Passauer Neuen Presse» (PNP, Weihnachtsausgabe). Der Impfstoff sei ein wertvolles Gut. «Man muss sich auf alle Eventualitäten vorbereiten, um den Impfstoff zu schützen.»

Eigentlich müsse es jetzt selbstverständlich sein, auf solche Demonstrationen zu verzichten, doch von solchen Selbstverständlichkeiten könne man leider nicht ausgehen. «Wenn die Impfstoff-Transporte so ablaufen wie die Castor-Transporte, werden wir das nicht hinbekommen. Das schafft die Polizei dann kräftemäßig nicht», warnte Wendt. Die Kommunen sollten rasch Verbote erlassen, die Länder koordinieren. Denn «wir haben diese Querdenker-Demos bereits erlebt und gesehen, welches aggressive Potenzial es da gibt.»

(dpa)

Corona-Pandemie: Mehr Notrufe wegen Desinfektionsmitteln

09:32
24.12.2020

Bei dem für mehrere Länder zuständigen Giftnotruf in Erfurt hat das Telefon seit der Corona-Krise öfter geklingelt. Meist waren besorgte Eltern in der Leitung, deren Kleinkinder versehentlich Desinfektionsmittel geschluckt hatten.

Während der Corona-Pandemie haben sich nach Einschätzung von Experten die Vergiftungsgefahren durch Desinfektionsmittel im Haushalt deutlich erhöht. Das Giftinformationszentrum in Erfurt erreichten in diesem Jahr knapp 600 Anfragen dazu. Das seien fast ein Drittel mehr Anrufe wegen Desinfektionsmitteln gewesen als in den Jahren zuvor, sagte die Leiterin des Giftnotrufs, Dagmar Prasa, der Deutschen Presse-Agentur.

Das Giftinformationszentrum in Erfurt wird von den Ländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam betrieben, erfasst jedoch auch Fälle aus anderen Bundesländern.

Hauptsächlich seien es Hilferufe von Eltern gewesen, deren Kleinkinder Desinfektionsmittel versehentlich getrunken hätten oder bei denen aus dem Spender etwas ins Auge gespritzt sei, sagte Prasa. Es gebe aber auch Erwachsene, die in Wasserflaschen umgefüllte Desinfektionsmittel unbeabsichtigt getrunken hätten. In einem Fall aus Sachsen habe ein Mann mit Erkältungssymptomen aus Angst vor Corona absichtlich einen Schluck Desinfektionsmittel genommen. Zum Glück sei aber nichts weiter passiert, so Prasa.

Mittel für die Händedesinfektion enthalten in der Regel hochkonzentrierten Alkohol wie Ethanol und Isopropanol. In einigen seien auch Chlor freisetzende Substanzen enthalten. Diese Mittel reizten den Magen-Darmtrakt und könnten zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall führen, erklärte Prasa. Gefährlicher seien Konzentrate, die auch ätzend wirken können.

In etwa 18 Prozent der Fälle wegen Desinfektionsmitteln empfahlen die neun rund um die Uhr beratenden Ärzte und Apotheker des Giftnotrufs eine Überwachung oder Behandlung in der Klinik. Beim größten Teil (44 Prozent) rieten sie zunächst zur häuslichen Beobachtung und nur bei Auftreten von Symptomen, sich beim Arzt oder in der Klinik vorzustellen.

Zugleich warnte Prasa vor dem im Internet als «Wundermittel» beworbenen MMS (Miracle Mineral Supplement), das angeblich auch bei Corona helfen solle. Es wirke durch das Mischen von Natriumchlorit mit einer Säure und könne dadurch heftige Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Der Giftnotruf habe in diesem Jahr mit 16 Fällen mehr als doppelt so viele wie in den Jahren zuvor verzeichnet.

Beim Giftinformationszentrum in Erfurt wurden in diesem Jahr fast 21 000 Vergiftungsfälle registriert. Das sei ein leichter Anstieg zu 2019. Nach wie vor wird der Notruf zumeist wegen der Verwechslung oder falschen Einnahme von Medikamenten gewählt.

(dpa)

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