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20201224093249

Corona-Labore können in Weihnachtswoche weniger Tests durchführen

09:31
24.12.2020
Die Corona-Labore in Deutschland haben in der Weihnachtswoche deutlich geringere Kapazitäten für Tests als sonst. Das geht aus dem Lagebericht des Robert Koch-Instituts von Mittwochabend hervor. Demnach können die Labore in Kalenderwoche 52 (21.12. bis 27.12.) rund 1,2 Millionen PCR-Tests durchführen. Zum Vergleich: In Kalenderwoche 51 wurden in Deutschland knapp 1,6 Millionen Tests tatsächlich durchgeführt. Dabei wäre aber noch Luft nach oben gewesen, denn die Kapazitäten lagen mit rund 2,0 Millionen noch deutlich darüber.

«Insgesamt ist während der Feiertage mit einer geringeren Test- und Meldeaktivität zu rechnen», schreibt das RKI. Die Daten dazu könnten deshalb nur ein unvollständiges Bild der epidemiologischen Lage in Deutschland ergeben.

In der vergangenen Kalenderwoche (51) gaben laut RKI 57 Labore einen Rückstau von insgesamt 21 364 abzuarbeitenden Proben an. Das ist etwas mehr als in der Vorwoche, vor einigen Wochen war das Problem aber schon deutlich größer. 45 Labore nannten Lieferschwierigkeiten, hierbei vermehrt Plastikverbrauchsmaterialien und Pipettenspitzen.

(dpa)

Ärztepräsident: Trotz Schnelltest Corona-Regeln einhalten

09:30
24.12.2020
Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Bevölkerung aufgefordert, auch beim Einsatz von Schnelltests, die Corona-Regeln einzuhalten. Diese Tests hätten in der Pandemiebekämpfung unter ärztlicher Begleitung und bei professioneller Probenentnahme durchaus ihre Berechtigung, sagte er der «Rheinischen Post» (Donnerstag). «Aber ich warne vor einer Scheinsicherheit dieser Testergebnisse: Ein negatives Testergebnis, beispielsweise vor Familienfeiern, darf nicht zu einem sorglosen Umgang verleiten.» Negative Testergebnisse seien immer nur eine Momentaufnahme und können am nächsten Tag schon positiv ausfallen.

Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen und der angespannten Lage in den Krankenhäusern sollte sich auch jeder kritisch fragen, ob er wirklich die gesetzlichen Höchstgrenzen für Zusammenkünfte ausreizen müsse, sagte Reinhardt weiter. «Eine dritte, noch stärkere Infektionswelle, würde unser Gesundheitssystem überlasten. Jeder einzelne kann dazu beitragen, dass zu verhindern.»

Auch der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, appellierte an die Bevölkerung, Kontakte über Weihnachten zu meiden. «Wir Intensivmediziner bitten die Leute dringend, an Weihnachten lieber nicht Oma und Opa zu besuchen, sondern wirklich zu Hause zu bleiben. Nur maximale Kontaktbeschränkungen können verhindern, dass wir im Januar eine dritte Welle bekommen», sagte Janssens der «Rheinischen Post».

Für die zugespitzte Lage in Deutschland sieht Janssens die Politik in der Verantwortung. «Es mussten erst 600 Menschen pro Tag an Corona versterben, dass ein Umdenken und Einleiten von durchgreifenden Maßnahmen erfolgte - eigentlich zu spät», sagte Janssens.

(dpa)

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