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Spahn: Sind noch in der schwersten Phase der Pandemie

14:20
14.01.2021
Trotz weiter fortschreitender Impfungen bleibt die Corona-Lage aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisch. Es gibt inzwischen 840 000 Geimpfte in Deutschland, wie der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin sagte. «Das erste Prozent der Bevölkerung ist geimpft.» Damit sei der Weg heraus aus der Pandemie begonnen. «Gleichzeitig sind wir noch in der schwersten Phase der Pandemie.» Die Zahl der Infektionen und Toten sei sehr betrüblich. «Jeder zweite Todesfall ist jemand über 80 Jahre.» In dieser Gruppe werde wegen des starken Risikos auch zuerst mit Impfungen begonnen.

Etwa 40 Prozent der Pflegeheimbewohner seien Stand heute erst geimpft, sagte Spahn. Vorgesehen ist jeweils eine zweite Impfung. Bei der Virus-Eindämmung gehe es in Pflegeeinrichtungen um eine schwierige Balance, absolute Isolation zu vermeiden und Schutz zu geben. Dabei ließen sich Risiken etwa durch Besucher und Beschäftigte bestmöglich reduzieren, aber eben nicht auf Null bringen. Der Bund übernehme bereits seit Frühjahr Kosten für Schutzausstattung und seit Herbst für Schnelltests samt Personalaufwand. Über weitere Unterstützung mit Personal werde unter anderem mit der Bundeswehr gesprochen.

Mit Blick auf neue, wohl ansteckendere Virus-Varianten etwa in Großbritannien äußerte sich Spahn besorgt. Mit Reisebeschränkungen und weiteren Testpflichten solle ein Eintrag nach Deutschland reduziert und verlangsamt werden. Der Minister verwies zudem auf eine geplante Verordnung, um zu mehr Gen-Analysen zur Bestimmung des Virustyps (Sequenzierungen) zu kommen. Dies machten Labore auch in Deutschland schon durchaus nennenswert, wenn auch nicht so viel wie in Großbritannien oder Dänemark. Festgelegt werden soll nun eine Meldepflicht an das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI), um Daten zentral zusammenzuführen und auszuwerten.

(dpa)

RKI: Mehr als ein Prozent der Menschen in Deutschland geimpft

14:19
14.01.2021
Rund zweieinhalb Wochen nach dem Start der Corona-Impfkampagne haben mehr als ein Prozent der Einwohner in Deutschland die erste Dosis erhalten. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts von Donnerstag hervor. Demnach wurden rund 842 000 Menschen geimpft, das sind 10,1 Impfungen pro 1000 Einwohner. Im Laufe des Mittwoch wurden mindestens 78 000 Menschen geimpft, von denen das RKI bereits unterrichtet wurde. Das ist der höchste Tageswert seit Beginn der Kampagne. Für einen vollen Impfschutz ist eine zweite Dosis nach etwa drei Wochen nötig.

Die Impfhäufigkeit variiert von Bundesland zu Bundesland. Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden laut der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern erfasst (20,5), die wenigsten für Thüringen (6,6). Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

Die meisten Menschen - mehr als 400 000 - wurden laut RKI-Daten aus beruflichen Gründen geimpft. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln. Zudem wurde das Präparat inzwischen mehr als 300 000 Bewohnern von Pflegeheimen verabreicht. Die Impfungen können derzeit auch wegen hohes Alters und/oder aus medizinischem Anlass geboten sein.

(dpa)

Giffey: Schul- und Kitaschließung darf keine langfristige Option sein

14:18
14.01.2021
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat davor gewarnt, Schulen und Kitas langfristig geschlossen zu halten. «Diese Schließung oder starke Einschränkung von Kitas und Schulen, das darf natürlich keine langfristige Option sein», sagte sie am Donnerstag in Berlin. Die Situation führe zu großen Belastungen für die Kindergesundheit. Giffey nannte Bewegungsmangel, Übergewicht und Vereinsamung. «Das alles müssen wir im Blick haben, wenn wir über den Januar hinausdenken.» Jetzt sei man aber in einer so ernsten Situation, dass es ohne Kontaktbeschränkungen und Einschränkungen nicht gehe. In den kommenden Wochen müsse man aber wieder zu anderen Lösungen kommen, es brauche einen Betrieb von Kitas und Schulen im Sinne des Kindeswohls.

Die SPD-Politikerin warb dafür, dass Fachkräfte in Kitas und Lehrkräfte schnell Zugang zu Impfungen bekommen und sprach von einer «Kokon-Strategie», um Erwachsene, die mit Kindern zu tun haben zu schützen, solange es für Kinder selbst keine Impfung gebe.

Giffey äußerte sich am Donnerstag gemeinsam mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zur beschlossenen Ausweitung der Kinderkrankentage für Eltern, die wegen Einschränkungen an Kitas und Schulen zu Hause bleiben müssen. Man wolle in einer der schwersten Phasen der Pandemie mit der Regelung Eltern Sicherheit geben, sagte Spahn (CDU). Giffey sprach von einer wichtigen Entlastung in einer belastenden Zeit. Heil sagte, die Regelung sei keine perfekte Lösung für alles, aber helfe in der Zeit in der Kitas und Schulen geschlossen seien.

(dpa)

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