In der Corona-Pandemie kann der Datenschutz nach Ansicht der FDP nicht als «Ausrede für technisches Versagen» herhalten. «Es muss möglich sein, die Daten der Meldeämter schnell und auf Knopfdruck zu nutzen, wenn es um den Lebensschutz der Betroffenen geht», sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der Schutz der eigenen Privatsphäre steht nicht im Widerspruch zum Schutz des eigenen Lebens. «Sollte es ernsthafte rechtliche Probleme geben, dann müssen wir die Regeln eben anpassen.»
Der niedersächsischen Landesregierung warf Buschmann vor, sich eine «Impfpost-Posse» geleistet zu haben, die die digitalen Defizite Deutschlands erneut offengelegt habe. Eine Briefkampagne des niedersächsischen Sozialministeriums für über 80-Jährige zum Impfstart war in die Kritik geraten, weil der Postdienstleister DHL beauftragt wurde, unter Nutzung unvollständiger Adresslisten der Deutsche Post Direkt GmbH Haushalte anzuschreiben. Nicht alle Menschen über 80 Jahren würden somit erreicht, wurde bemängelt. Dies soll nun mit Schreiben von Kommunen gewährleistet werden.