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Rossmann kann 2020 Corona-Delle vermeiden - weitere Filialen geplant

13:29
14.01.2021
Die Drogeriekette Rossmann ist vergleichsweise gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. Insgesamt gelang dem Konzern ein Umsatzplus von 3,5 Prozent auf 10,35 Milliarden Euro. Anders als viele Einzelhändler konnte Rossmann auch während der beiden Shutdowns seine Filialen offen halten, weil diese wie bei Supermärkten als wichtig für die Grundversorgung angesehen werden.

Angaben zum Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr machte die Firmengruppe mit Hauptsitz in Burgwedel bei Hannover am Donnerstag nicht. Rechnet man den Effekt der gesenkten Mehrwertsteuer ein, womit die Bundesregierung den Konsum bis zum Jahresende ankurbeln wollte, betrug das Erlöswachstum bei Rossmann etwas mehr als 6 Prozent.

Laut Zahlen des Konsumforschungsunternehmens GfK konnten die Drogerieunternehmen insgesamt in Deutschland in den ersten elf Monaten 2020 ihre Umsätze um 4,1 Prozent steigern. Damit fiel das Plus von Rossmann, dm und Co. deutlich schwächer aus als beim Lebensmittelhandel, wo die Discounter um mehr als 8 und die Supermärkte sogar um fast 16 Prozent zulegten. Als ein Grund dafür gilt, dass infolge der Shutdowns und durch vermehrtes Homeoffice die Nachfrage nach Kosmetik stark zurückging.

Rossmann musste zu Beginn der Pandemie zudem einige Sortimente und Kundenbereiche in den Läden vorläufig absperren, nachdem es auch hier zu Hamsterkäufen bei Hygieneartikeln gekommen war. Die Fototerminals wurden ebenso vielerorts vorübergehend geschlossen - darüber hinaus Teststationen, Toiletten oder Wickeltische. In manchen Filialen kamen zusätzliche Sicherheitskräfte zum Einsatz. Das Unternehmen aktivierte spezielle Logistikpläne, um die Warenversorgung sicherzustellen.

Den Ausbau seines Filialnetzes will Rossmann 2021 fortsetzen. In Deutschland sollen 75 und im Ausland 120 Niederlassungen eröffnet werden. Die Geschäftsleitung will 200 Millionen Euro investieren.

Bei den Gesellschaften in anderen Ländern wie Polen, Ungarn, Tschechien, Spanien, der Türkei, Albanien und dem Kosovo waren die Pandemiefolgen 2020 stärker, weil es hier auch zu Schließungen kam. Der Auslandsumsatz stieg währungsbereinigt im Schnitt um 2 Prozent, während für Deutschland 4,7 Prozent gemeldet wurden. Mehr als 70 Prozent des Geschäfts entfielen zuletzt auf den Heimatmarkt. Derzeit hat Rossmann mehr als 4200 Filialen und 56 000 Beschäftigte.

(dpa)

Vorstoß aus Union zu mehr Homeoffice mit Vorgaben für Firmen

13:07
14.01.2021
Aus der Unionsfraktion kommt ein Vorstoß, bei einer Verschärfung der Corona-Pandemie strengere Vorgaben für Unternehmen zu mehr Homeoffice zu machen. Dies sieht ein Stufenplan des in der Unionsfraktion zuständigen Berichterstatters Thomas Heilmann (CDU) vor. Wie Heilmann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur sagte, sollte bei einer Verschärfung der Corona-Lage je Unternehmen nur noch ein Viertel der Beschäftigten in Büros gehen dürfen.

Zunächst aber solle an Firmen appelliert werden, mehr Homeoffice zu ermöglichen. Außerdem sei die öffentliche Verwaltung gefordert, wo es bisher zu wenig Homeoffice gebe. In Betrieben wie Industriefabriken, in denen Homeoffice nicht möglich sei, solle es einen gestaffelten Schichtbeginn geben.

«Wir wollen mehr Schichtdienste, mehr Teststrategien und mehr Homeoffice», sagte Heilmann. «Aber mit und nicht gegen die Wirtschaft. Wenn wir die gesamte Wirtschaft über Zwangsmaßnahmen abwürgen würden, dann wären die Folgen um ein vielfaches gravierender als die Nachteile der jetzigen Maßnahmen.»

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt hatte gesagt: «Dort, wo es möglich ist, müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verpflichtet werden, Homeoffice zu erlauben.» Während viele Unternehmen vorbildlich handelten, berichteten immer noch zu viele Angestellte, dass ihnen ohne Not die Möglichkeit zum Arbeiten daheim verweigert werde, sagte Göring-Eckardt.

In einem Antrag im Bundestag fordern die Grünen, eine befristete Corona-Arbeitsschutzverordnung zu erlassen, die Unternehmen während der pandemischen Notlage verpflichtet, ihren Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen - soweit es die betrieblichen Anforderungen zulassen. Die Bundesregierung will beim Thema Homeoffice weiter auf Freiwilligkeit setzen, wie eine Sprecherin am Mittwoch deutlich machte.

(dpa)

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