Letztes Update:
20210113160721

Biontech-Impfstoff wird künftig auch in NRW produziert

16:07
13.01.2021
Der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer wird demnächst auch in Nordrhein-Westfalen produziert. Der US-Pharmakonzern Baxter habe einen entsprechenden Auftrag für sein Werk in Halle in Westfalen erhalten, sagte der Personalchef des Werks, Jürgen Fleischer, am Mittwoch auf Anfrage. Der Produktionsstart werde voraussichtlich im März sein.

Baxter stellt in Halle vor allem Krebsmedikamente her. Eine Produktionslinie werde auf die Produktion von Impfstoffen umgestellt. «Wir sind bei den letzten Vorbereitungen», sagte Fleischer. Die Umstellung der Produktion werde von der Bezirksregierung kontrolliert. Die Zahl der Impfdosen, die in Halle produziert werden soll, nannte Fleischer nicht. Auch eine Biontech-Sprecherin machte dazu keine Angaben.

In dem Werk in Halle sind rund 800 Mitarbeiter beschäftigt. Dort soll künftig noch ein weiterer Corona-Impfstoff produziert werden. Die Baxter-Zentrale in den USA hatte am Montag angekündigt, dass in Halle ein vom US-Unternehmen Novavax entwickelter Impfstoff hergestellt werden soll. Dieser Impfstoff sei aber noch nicht zugelassen, sagte Fleischer.

Biontech und Pfizer wollen in diesem Jahr unter bestimmten Voraussetzungen zwei Milliarden Dosen ihres Corona-Impfstoffs herstellen. Das geht Unterlagen von Biontech an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Bislang hatten die Firmen 1,3 Milliarden Dosen angepeilt. Bedingung für die höhere Produktion seien Verbesserungen und Vergrößerungen an den bisherigen Standorten sowie weitere Lieferanten und Vertragspartner für die Herstellung, hieß es.

(dpa)

Abholservice jetzt an allen Bibliotheken erlaubt

15:58
13.01.2021
Zehntausende Menschen im Südwesten können sich während der ereignisarmen Corona-Zeit wieder mit Lesestoff eindecken: Nach fast drei Wochen coronabedingter Schließung dürfen nicht nur wissenschaftliche, sondern auch öffentliche Bibliotheken einen Abholservice für ihre Nutzer anbieten. Dies teilte der Städtetag am Mittwoch in Stuttgart mit. In der aktuellen Coronaverordnung ist dieser Dienst zwar nur bei wissenschaftlichen Bibliotheken und Archiven ausdrücklich vorgesehen. «Ein Verbot des Abholservice für städtische Bibliotheken wäre aber nicht vermittelbar, weil praktisch alle Bibliotheken sowohl wissenschaftliche als auch Werke für den privaten Lesegenuss anbieten», erläuterte Städtetagsdezernent Norbert Brugger am Mittwoch in Stuttgart.

Sein Verband und der Landesverband der Bibliotheken hatten sich beim Sozialministerium erfolgreich für eine Gleichbehandlung aller Bibliotheken eingesetzt.

Zudem bestehe durch das Homeschooling eine vermehrte Nachfrage bei den Bibliotheken, argumentierte Brugger. Er verwies auch auf die kürzlich grundsätzlich eröffnete Möglichkeit für das Anbieten eines Abholservices («Click and Collect») im Einzelhandel.

Nach Gesprächen mit dem Sozialministerium habe letzteres eingelenkt und werde nun die Regelungslücke in der Verordnung schließen. Eine Klarstellung solle voraussichtlich bei der nächsten Änderung der Coronaverordnung erfolgen, sagte Brugger.

Andrea Krieg, Landesgeschäftsführerin des Deutschen Bibliotheksverbandes, berichtete über Beschwerden aus den Reihen der 356 000 Nutzer in Baden-Württemberg. Für diese haben sie die frohe Botschaft: «Sie können ab sofort Bücher bestellen.» Für die Beschäftigten in den Bibliotheken bestehe jetzt Rechtssicherheit. Dem Verband sind 400 Bibliotheken im Südwesten angeschlossen.

(dpa/lsw)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen