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20210113120242

Corona-App auf etlichen Android-Smartphones gestört

11:45
13.01.2021
Die Nutzer der Corona-Warn-App des Bundes erhalten derzeit unter Umständen kein aktuelles Ergebnis bei der Risiko-Ermittlung. Am Mittwoch berichteten mehrere Anwender der Anwendung auf Twitter, dass die App nicht den Risiko-Status aktualisiere. Auf dem iPhone von Apple tauchte der Fehler hingegen nicht auf.

Ein Sprecher des größten europäischen Software-Konzerns SAP bestätigte auf Anfrage die Probleme: Zur Zeit sei es der Corona-Warn-App unter Android-Smartphones «in einigen Fällen» nicht möglich, einen Schlüsselabgleich durchzuführen. «Das liegt aktuell am Exposure Notification Framework unter dem Google-Smartphone-Betriebssystem.» Das ist die technische Schnittstelle, die Google über seine Play Services auf Android-Handys zur Verfügung stellt. «Wir haben Google über das Problem informiert und arbeiten gemeinsam unter Hochdruck an der Lösung des Problems.» Die SAP hat zusammen mit der Deutschen Telekom die App entwickelt.

Die Corona-Warn-App verzeichnet bislang nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums über 25 Millionen Downloads und wird von schätzungsweise 23 Millionen Menschen aktiv eingesetzt.

Zuletzt hatten sich der CDU-Politiker Friedrich Merz und andere für eine Lockerung des Datenschutz-Konzeptes der Anwendung stark gemacht, um bessere Daten für eine effektive Pandemie-Bekämpfung sammeln zu können. Dieser Vorstoß war beim Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber und der Nichtregierungsorganisation Chaos Computer Club (CCC) auf scharfe Kritik gestoßen. «An keiner Stelle steht Datenschutz der Funktionsweise der App entgegen - mit mehr oder weniger Datenschutz würde sie genauso gut oder schlecht funktionieren, keinesfalls aber besser», sagte CCC-Sprecher Linus Neumann der Düsseldorfer «Rheinischen Post».

(dpa)

Verband sieht Handel im Südwesten in dramatischer Situation

11:35
13.01.2021
Ein großer Teil der Einzelhändler im Südwesten fürchtet wegen des anhaltenden Corona-Lockdowns um die Zukunft und fordert mehr und besser auf die Branche zugeschnittene Hilfe. «Die Situation im Handel ist äußerst dramatisch», sagte der Präsident des Handelsverbandes Baden-Württemberg, Hermann Hutter, am Mittwoch. Mehr als die Hälfte der Händler sehe einer Umfrage zufolge spätestens in der zweiten Jahreshälfte ihre unternehmerische Existenz in Gefahr. Und mehr als 80 Prozent reichten die aktuellen Hilfsmaßnahmen zur Sicherung der Existenz nicht aus. «Der Einzelhandel bringt ein Sonderopfer», sagte Hutter. Und dabei werde er mit der sogenannten Überbrückungshilfe III des Bundes sehr schlecht unterstützt.

«Die Überbrückungshilfe III ist kompliziert, sie ist ungerecht und viel zu langsam», kritisierte der Ravensburger Mode- und Sportartikelhändler Roland Reischmann, der gemeinsam mit anderen Betroffenen die Initiative «Handel steht zusammen» ins Leben gerufen hat. Das Bündnis kritisiert unter anderem die Kriterien, nach denen die Hilfe gewährt wird, und hat ein Forderungspapier mit einem eigenen Konzept verfasst. Das wird auch vom Handelsverband unterstützt.

Zu den Forderungen zählen neben anderen Berechnungsgrundlagen auch eine stufenlose Staffelung der Hilfen sowie eine Abschaffung der Umsatz-Obergrenze und eine Entschädigung für die Kosten der angeschafften, aber nun nicht mehr brauchbaren Saisonware. «Wir reden nicht von Gewinnen, wir reden nur von Verlustausgleich», sagte Reischmann. Der sei am Ende aber immer noch niedriger als die Folgekosten für die Gesellschaft durch eine Pleitewelle im Handel.

Gerade kleinere Geschäfte verschwänden oft lautlos und von heute auf morgen von der Bildfläche, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes, Sabine Hagmann. Von größeren Insolvenzen im Südwesten sei bislang nichts bekannt. In den kommenden Monaten müsse man aber mit «Insolvenzen in Massen» rechnen.

(dpa)

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