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Inklusionsaktivist kritisiert Umgang mit Behinderten in Pandemie

20:29
12.01.2021
Der Inklusionsaktivist Raul Krauthausen sieht Menschen mit Behinderung in der Corona-Pandemie stark benachteiligt. «Ich mache mir große Sorgen insgesamt über die Situation behinderter Menschen in Deutschland in Zeiten dieser Pandemie», sagte er am Dienstag in einem Videogespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Täglich erreichten ihn sehr viele E-Mails von besorgten Betroffenen, die das Gefühl hätten, dass diejenigen, die zuhause leben, bei den Corona-Schutzmaßnahmen eher vergessen würden im Vergleich zu denen, die in Heimen oder Einrichtungen leben.

«Von Menschen mit Behinderung lebt ein Großteil zuhause und wird von Assistenzen, von Angehörigen oder Freunden versorgt und gepflegt», sagte Krauthausen. «Und diese Menschen erhalten von vorne bis hinten gar keinen Schutz, keine Masken, keine Desinfektionsmittel.» Sie kämen auch viel schwerer an Corona-Tests als Menschen in Heimen oder Einrichtungen. Auch bei den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) tauchten sie so gut wie gar nicht auf. Krauthausen betonte, er würde sich auch gegen das Virus impfen lassen, sei dafür aber vorerst nicht vorgesehen.

Krauthausen, der selbst im Rollstuhl sitzt, äußerte gegenüber Steinmeier den Wunsch, Informationen für die Bevölkerung über die aktuelle Situation barrierefrei anzubieten. «Das heißt, dass wenn die Kanzlerin spricht, wenn der Gesundheitsminister spricht oder wenn Sie sprechen, möglichst auch Gebärdensprach-Dolmetschung stattfindet.» In anderen Ländern gebe es das längst. «Da kann Deutschland besser», sagte Krauthausen, worauf Steinmeier «Gebe ich Ihnen zu» erwiderte. «Wir sind auch dabei, einzuüben, dass wir mehr öffentliche Ansprachen in Gebärdensprache aussenden. Aber es geht halt nicht überall.»

(dpa)

Mehr als 2000 neue Corona-Fälle und 93 weitere Tote

20:28
12.01.2021
Binnen eines Tages ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus in Baden-Württemberg um über 2000 gestiegen. Nach 1020 am Montag gemeldeten neuen Fällen lag dieser Wert am Dienstag bei 2226. Damit gibt es 264 720 bestätigte Infektionsfälle im Südwesten, wie das Landesgesundheitsamt am Dienstag mitteilte. Die Zahl der binnen eines Tages mit oder am Coronavirus gestorbenen Menschen betrug 93 - 3 mehr als am Vortag. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf 5757 (Stand: Dienstag 16.00 Uhr). Als genesen gelten 216 409 ehemals Infizierte. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Montag landesweit bei 129,7.

Alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten lagen über dem Inzidenzwert von 50 - der Wert, von dem an ein Kreis als Risikogebiet gilt. Keine Region überschritt die kritische Marke von 200. Insgesamt sind derzeit 2123 von bereit stehenden 2464 Intensiv-Betten belegt. Das entspricht einem Anteil von gut 86 Prozent.

(dpa/lsw)

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