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20210112120434

EU-Kommission erwartet genug Corona-Impfstoff ab April

11:20
12.01.2021
Die Knappheit bei Corona-Impfstoffen dürfte nach Einschätzung der EU-Kommission in wenigen Wochen nachlassen. «Im zweiten Quartal werden wir alle Impfstoffe bekommen, die wir haben wollen», sagte die für Gesundheit zuständige Generaldirektorin Sandra Gallina am Dienstag in einer Anhörung des Europaparlaments. Die Liefermenge werde von April an deutlich zunehmen.

Gallina, Chefunterhändlerin der EU-Kommission mit den Pharmafirmen, wies die unter anderem in Deutschland geäußerte Kritik zurück, die Kommission habe zu wenig Impfstoffe bestellt. «Wir haben so viel Impfstoff gekauft, wie angeboten wurden», sagte sie. Dabei hätten auch die Kriterien Preis und Lieferdatum eine Rolle gespielt. Es hätte wenig genützt, viel zu bestellen und dies erst zu einem späten Zeitpunkt zu bekommen. Zur Kritik an den bestellten Mengen einzelner Hersteller sagte sie: «Ich bin nicht sicher, warum diese Debatte geführt wird.»

Gallina stellte klar, dass nationale Alleingänge bei der Beschaffung zusätzlicher Impfstoffdosen gegen die gemeinsame Impfstoffstrategie der EU verstoßen. «Parallele Verträge sind nicht möglich», sagte sie. Gemeint ist offenbar auch Deutschland, das einzeln zusätzliche Impfstoffdosen des Mainzer Herstellers Biontech bestellt hatte.

Auf die Frage eines Abgeordneten nach einer Äußerung des Bundesgesundheitsministeriums zu einer Zusatzbestellung von 30 Millionen Dosen von Biontech sagte Gallina: «Wir hören diese Ankündigungen, und das frustriert uns sehr.» Klar sei jedoch, dass die EU ihre vertraglich zugesicherten Dosen im vereinbarten Zeitplan erhalten werde. Zusatzbestellungen kämen später, sagte die EU-Beamtin.

(dpa)

Apothekerverband: Gutscheinversand für FFP2-Masken läuft schleppend

10:54
12.01.2021
Der Gutscheinversand für FFP2-Masken für Menschen über 60 und chronisch Erkrankte läuft nach Einschätzung des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) nur schleppend an. «Es fragen Kunden in den Apotheken nach: "Wo bleiben die Gutscheine?"», sagte die stellvertretende Sprecherin des Verbands, Ursula Sellerberg, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Es fragten auch immer wieder Kunden nach, ob sie noch einmal kostenlose Masken bekommen könnten, weil sie noch keine Gutscheine bekommen hätten.

Der Bund hatte die Ausgabe der verstärkt schützenden FFP2-Masken für diesen Winter für Menschen mit besonders hohem Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe beschlossen - das sind bis zu 27 Millionen Menschen. In einem ersten Schritt im Dezember vergangenen Jahres konnten Betroffene drei Masken gratis in der Apotheke holen. Ab 1. Januar sollten sie von der Krankenkasse Gutscheine für zweimal je sechs Masken mit einem Eigenanteil von jeweils 2 Euro bekommen.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen teilte mit, die Auslieferung der Gutscheine durch die Bundesdruckerei sei vergangene Woche gestartet. Nun seien die Krankenkassen selbst für das Umpacken und Versenden an die Versicherten verantwortlich. Wie viele Gutscheine von den einzelnen Kassen bereits versendet wurden, sei dem Verband derzeit nicht bekannt. Die privaten Krankenkassen würden bis Ende dieser Woche rund 1,2 Millionen Briefe an die Versicherten versenden, so der Sprecher des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV).

FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten aber auch keinen 100-prozentigen Schutz. Den Bund kostet die Aktion rund 2,5 Milliarden Euro.

(dpa)

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