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Von der Leyen warnt vor «Ära von Pandemien»

15:22
11.01.2021
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vor dem Risiko neuer Pandemien angesichts eines Verlusts der Artenvielfalt gewarnt. «Wir haben schon oft über die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der biologischen Vielfalt und Covid gesprochen», sagte von der Leyen beim Klimagipfel «One Planet Summit» am Montag. «Und wenn wir nicht dringend handeln, um unsere Natur zu schützen, stehen wir vielleicht schon am Anfang einer Ära von Pandemien», sagte die 62-Jährige, die bei dem Gipfel in Paris per Video zugeschaltet war.

«Denken Sie daran, wie einer der tödlichsten Ebola-Ausbrüche vermutlich begonnen hat: Mit einem kleinen Jungen, der neben einem Baum in einem abgelegenen Dorf in Guinea spielte.» Der Baum sei von Fledermäusen befallen gewesen, die in Richtung des Dorfes getrieben worden seien, weil ein Großteil der Wälder in der Region zerstört worden sei, sagte von der Leyen. Sie betonte, dass in den kommenden vier Jahren mehrere hundert Millionen Euro in die Forschung investiert würden - zu den Themen biologische Vielfalt, Tiergesundheit oder neu auftretenden Krankheiten.

Die EU werde sich außerdem in der neuen Initiative «Prezode» engagieren. Das wissenschaftliche Projekt soll sich mit der Prävention gegen neue Pandemien befassen. Sie zielt darauf ab, bestehende Projekte und Programme zu bündeln und zu ergänzen. Von der Leyen warnte außerdem, dass die Auswirkungen des Naturverlustes ärmere und indigene Gemeinschaften unverhältnismäßig stark betreffen. «Konflikte explodieren, wenn sich mehr Menschen um weniger natürliche Ressourcen streiten.»

Der «One Planet Summit» war von Frankreich, der Weltbank und den Vereinten Nationen ins Leben gerufen worden - bisher gab es Treffen in Paris 2017, New York 2018 und Nairobi 2019. Ziel ist es, die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens zu beschleunigen und mehr Investitionen in den Klimaschutz zu fördern.

(dpa)

Biontech peilt Produktion von zwei Milliarden Impfdosen an

15:21
11.01.2021
Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen in diesem Jahr unter bestimmten Voraussetzungen zwei Milliarden Dosen ihres Corona-Impfstoffs herstellen. Das geht aus am Montag bekannt gewordenen Unterlagen von Biontech an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Bislang hatten die Firmen 1,3 Milliarden Dosen angepeilt. Bedingung für die angestrebte Erhöhung der Produktionszahl seien weitere Verbesserungen und Vergrößerungen in den bisherigen Standorten sowie die Verfügbarkeit weiterer Lieferanten und Vertragspartner für die Herstellung, heißt es.

In der angestrebten Zahl von zwei Milliarden Dosen ist den Angaben zufolge die jüngst genehmigte Erhöhung von fünf auf sechs Dosen pro Ampulle enthalten. Seit Freitag kann auch in der EU aus den gelieferten Ampullen von Biontech/Pfizer mehr Impfstoff entnommen werden als bisher. Um die Fläschchen mit dem Biontech-Impfstoff besser nutzen zu können, ließ die EU-Arzneimittelbehörde EMA zu, dass sechs statt bisher fünf Dosen aus einer Ampulle von Biontech/Pfizer gezogen werden dürfen. Das hatte das Bundesgesundheitsministerium bereits im Dezember als Möglichkeit angekündigt - aufgrund einer «Über-Füllung» der Fläschchen könne mit geeigneten Spritzen und Kanülen sechs Dosen aus einem gezogen werden.

Laut der Biontech-Unterlagen an die SEC haben die beiden Unternehmen bislang die Auslieferung von einer Milliarden Dosen in diesem Jahr fest vereinbart. Als Produktionsstätten werden in Deutschland Mainz und ab Ende Februar Marburg in Hessen für Biontech aufgezählt sowie Puurs in Belgien, Kalamazoo, St. Louis und Andover (alle USA) für Pfizer. Biontech gab außerdem bekannt, dass bislang 32,9 Millionen Dosen ausgeliefert worden sind (Stand Sonntag).

(dpa)

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