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20210111152145

Sonntags zum Sonnenuntergang: Kerzen für Corona-Tote

15:20
11.01.2021
Eine Berliner Initiative will die bisher mehr als
40 000 Corona-Toten in Deutschland mit Kerzen sichtbar machen. Seit Anfang Dezember zünden Menschen in nunmehr etwa 25 Städten und Gemeinden jeweils sonntags zum Sonnenuntergang an öffentlichen Plätzen Kerzen für die Toten an. «Wir haben das angestoßen. Jetzt nimmt es hoffentlich breitere Formen an», sagte der Journalist Christian Y. Schmidt am Montag der Deutschen Presse-Agentur über die Initiative «Corona-Tote sichtbar machen». Er hat sie gemeinsam mit der Künstlerin Veronika Radulovic ins Leben gerufen.

«Wir wollen keine Massenaufläufe, sondern, dass die Leute das möglichst dezentral in ihrer Nachbarschaft machen», betonte Schmidt. Zwei Kerzen und ein DIN A4-Blatt, das die Aktion erkläre, genügten schon. Kerzen brannten oder brennen bislang unter anderem in Berlin, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart.

«Bei der ersten Welle war in Deutschland die Medienaufmerksamkeit sehr groß, auch, was die Corona-Toten in anderen Ländern anging. Da stand ja Deutschland noch recht gut da», so Schmidt. «Seit Deutschland in der zweiten Welle selber so stark betroffen war, kam kaum noch etwas. Uns schien es, dass man das jetzt tatsächlich mehr oder weniger mit einem Achselzucken wahrnehmen würde. Die Menschen haben sich auch an Corona gewöhnt», sagte Schmidt.

Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg laut Robert Koch-Institut auf 40 686 (Stand: 11.01., 00.00 Uhr). «Diese Zahl ist so unvorstellbar groß und kaum fassbar», so Schmidt. Mit den Kerzen sei es möglich, dies greifbarer zu machen. Die Aktion solle so lange dauern, bis die Zahl der Covid-19-Toten in Deutschland «endlich das öffentliche Bewusstsein erreicht» habe.

Schmidt, der normalerweise auch in China lebt, hat den Ausbruch der Pandemie dort selbst miterlebt und seine ganz persönliche Corona-Geschichte: Seine in China lebende Frau hat der Journalist seit fast einem Jahr nicht mehr sehen können. 

(dpa)

Plasmaspenden für Covid-19-Patienten - EU-Kommission fördert Sammlung

15:20
11.01.2021
Um Covid-19-Patienten zu helfen, fördert die EU-Kommission die Sammlung von Blutplasma bereits immuner Menschen. «Wir tun alles, um den Bürgern sichere und wirksame Therapeutika gegen Covid-19 zur Verfügung zu stellen», erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montag.

Insgesamt unterstützt die EU-Kommission 24 Projekte unter anderem in Deutschland, Spanien und Großbritannien. Diese wiederum verteilen die Hilfen an insgesamt rund 150 lokale Blut- und Plasmasammelzentren. Die Blutspendedienste können die Zuschüsse im Wert von insgesamt 36 Millionen Euro unter anderem dafür nutzen, Geräte für die Plasmasammlung oder Labortests zu kaufen.

Das Blutplasma bereits genesener Covid-19-Patienten enthält Antikörper. Es wird Infizierten verabreicht, um deren Abwehr gegen das Virus zu stärken. Ob diese passive Immunisierung tatsächlich wirksam ist, müssen klinische Studien erst noch gesichert nachweisen. Vorläufige Ergebnisse sind der EU-Kommission zufolge vielversprechend.

(dpa)

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