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20210111143607

Analysen zu Coronavirus-Typen sollen verstärkt werden

14:25
11.01.2021
Angesichts neuer Varianten des Coronavirus sollen Untersuchungen zur Bestimmung des genauen Typs bundesweit verstärkt werden. Labore sollen Ergebnisse sogenannter Sequenzierungen künftig an das Robert Koch-Institut (RKI) übermitteln müssen, wie ein der Deutschen Presse-Agentur vorliegender Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorsieht. Bei solchen Analysen wird das Erbgut des Erregers entziffert und kann dann mit Datenbanken abgeglichen werden. Die Labore sollen dafür eine Vergütung bekommen, die aus dem Bundeshaushalt bezahlt wird.

Bund und Länder hatten eine systematischere Bestimmung von Virus-Typen in der vergangenen Woche beschlossen. Ziel ist, Mutationen «mit möglichen pandemieverschärfenden Eigenschaften» besser zu entdecken. Die Verordnung sieht vor, dass Labore, die solche Analysen vornehmen, pro gemeldeter Genomsequenz 200 Euro als Vergütung bekommen sollen. Je nach Infektionsgeschehen in Deutschland soll die Vergütung für bis zu fünf oder bis zu zehn Prozent der positiven Proben gezahlt werden. Wie es im Entwurf heißt, seien diese Anteile laut RKI geeignet, das Pandemiegeschehen umfassend auf molekularer Ebene zu überwachen und mögliche Maßnahmen zu ergreifen.

Für Europa ist derzeit vor allem die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7 relevant. Sie könnte die Pandemie nach Expertenansicht verschärfen, weil sie nach derzeitigem Kenntnisstand wohl leichter von Mensch zu Mensch übertragen wird.

(dpa)

Umfrage zu Corona: Häufiges Lüften und weniger Treffen

14:24
11.01.2021
Um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, lüften die Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge häufiger. Rund vier von fünf Befragten (82 Prozent) gaben an, geschlossene Räume häufiger zu lüften, wie aus dem am Montag veröffentlichten «Corona-Monitor» des Bundesinstituts für Risikoforschung (BfR) hervorgeht. 87 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben außerdem an, seltener Freunde oder Familie zu treffen.

Die deutliche Mehrheit der Menschen halten sowohl Abstandsregeln als auch Maskenpflicht als angemessene Maßnahmen (94 und 96 Prozent). Vor allem bei den Maßnahmen, die einen Internetzugang oder ein Smartphone benötigen, unterscheidet sich allerdings das Verhalten der Generationen. «Von den unter 40-Jährigen geben 18 Prozent an, sich häufiger Lebensmittel liefern zu lassen», sagt BfR-Präsident Andreas Hensel. «In der Altersklasse 60 Jahre und älter nutzen dagegen nur sieben Prozent solche Angebote.» Auch die Corona-Warn-App wird von gut dreiviertel der Befragten 14- bis 39-Jährigen genutzt von Über-60-Jährigen hingegen nur von rund 33 Prozent.

76 Prozent der Umfrageteilnehmer halten das Risiko einer Ansteckung durch die Nähe zu anderen Menschen für mindestens hoch - das ist der höchste Wert seit Anfang April. Die Wahrscheinlichkeit, sich über Türklinken anzustecken schätzen nur rund 47 Prozent als hoch ein. Die aktuelle Befragung fand in der vergangenen Woche statt.

(dpa)

Sektenbeauftragter warnt vor «Querdenken»-Bewegungen

14:23
11.01.2021
Der Sektenbeauftragte der evangelischen Landeskirche in Bayern, Matthias Pöhlmann, warnt vor der «Querdenken»-Bewegung. «Abstandsregeln - ob physisch oder geistig - sind dringend zu empfehlen», sagte er am Montag in München. Die Bewegung, die in mehreren Städten in Deutschland immer wieder zu Demonstrationen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Seuche aufruft, missbrauche auch religiöse Motive. So hatten die Organisatoren einer großen Demonstration in München sie kurzerhand als Gottesdienst auszugeben versucht, um eine Begrenzung der Teilnehmerzahlen zu umgehen. Außerdem seien zum Teil auch Martinsumzüge von Kindern ideologisch instrumentalisiert worden.

«Unübersehbar ist schon jetzt, dass Verschwörungstheorien zu einer massiven Polarisierung der Gesellschaft beitragen», heißt es in einer am Montag vorgestellten Neuauflage der Broschüre «Evangelische Orientierungen inmitten weltanschaulicher Vielfalt». «Die zunehmende Radikalisierung und Gewaltbereitschaft von Verschwörungsgläubigen sollte nicht unterschätzt werden.» Kirche und Gesellschaft müssten darauf reagieren: «Die Antwort der Kirchen und Gemeinden sollte es in dieser Zeit sein, mit Information und Orientierung, mit Aufklärung und Protest, mit Empathie und Zuhören, mit Gebet und Segen ein starkes Zeichen gegen das Klima des Hasses und Misstrauens zu setzen.»

(dpa)

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