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Israel hat bereits 20 Prozent seiner Bürger gegen Corona geimpft

08:08
10.01.2021
Drei Wochen nach Beginn der Impfkampagne in Israel sind bereits 20 Prozent der Bürger gegen das Coronavirus geimpft worden. Gesundheitsminister Juli Edelstein teilte am Sonntag auf Twitter mit, rund 1,8 Millionen Israelis hätten die erste Impfdosis erhalten. Insgesamt hat das kleine Mittelmeerland mehr als neun Millionen Einwohner.

Am Sonntag begann die Impfung des medizinischen Personals mit der zweiten Dosis. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (71) hatte am Samstagabend seine zweite Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Die Regierung will bis Ende März alle Bewohner des Landes impfen, die älter als 16 Jahre sind.

Nach Medienberichten hat Israel eine Vereinbarung mit dem Hersteller Pfizer geschlossen, die dies ermöglichen soll. Insgesamt solle Israel zehn Millionen Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs erhalten. Israel werde das erste Land sein, das die Corona-Krise hinter sich lasse, sagte Netanjahu am Donnerstag. Es solle als Modell-Land für die rasche Impfung eines ganzen Staates dienen. Im Gegenzug sollen dem Unternehmen demnach Impfdaten zur Verfügung gestellt werden.

Israel befindet sich gegenwärtig im dritten Corona-Lockdown, weil die Infektionszahlen zum Jahresende wieder deutlich angestiegen waren. Das Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, es seien binnen 24 Stunden 5030 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Am jüdischen Ruhetag Sabat sind die Corona-Zahlen üblicherweise deutlich geringer als an anderen Wochentagen, weil weniger getestet wird.

Zum Vergleich: Die deutschen Gesundheitsämter meldeten am Sonntag 16 946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal mehr Einwohner als Israel.

(dpa)

IG Metall büßt in der Corona-Krise Mitglieder ein

08:07
10.01.2021
Ein bisschen Schwund ist immer, auch bei den Mitgliedern der IG Metall. Normalerweise gleicht der Gewerkschaftsnachwuchs das mehr als aus. 2020 war aber nicht normal.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen sich auch bei den Mitgliederzahlen der IG Metall bemerkbar und sorgen erstmals seit Jahren für einen Rückgang. «Wir haben ein leichtes Mitglieder-Minus in diesem Jahr», sagte Bezirksleiter Roman Zitzelsberger der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf 2020, nannte allerdings keine Zahlen.

«Das macht uns natürlich Sorgen», sagte Zitzelsberger. «Es liegt aber eher an mangelndem Zuwachs, weil weniger Ansprache möglich ist, als daran, dass Menschen sich von uns abwenden», betonte er. «Wir haben eine Sondersituation. Aber wir spüren nicht, dass es eine Anti-Gewerkschafts-Stimmung gibt - ganz im Gegenteil.» Es gebe sehr viele Anfragen etwa von Beschäftigten, die plötzlich allein im Homeoffice säßen und Sorgen hätten und sich nicht wie üblich mit Kollegen auf dem Weg in die Mittagspause austauschen könnten.

Die Zahlen für 2020 will die IG Metall erst Ende Januar veröffentlichen. Ende 2019 hatte sie in Baden-Württemberg knapp 446 000 Mitglieder und damit laut damaligen Angaben zum neunten Mal in Folge einen Zuwachs erzielt.

Zitzelsberger verwies unter anderem darauf, dass es 2020 wegen Corona deutlich weniger Auszubildende und dual Studierende in den Betrieben gegeben habe - aus denen sich üblicherweise viel Nachwuchs rekrutiert. «Bei den Menschen, die vor Ort im Betrieb und nicht im Homeoffice sind, haben wir sogar mehr Zulauf. Aber die absolute Zahl ist natürlich geringer», sagte er.

Zitzelsberger rief die Betriebe in dem Zusammenhang dazu auf, die Ausbildungszahlen in der Krise nicht zu reduzieren, sondern mindestens zu halten. Es sei wichtig, dass die Menschen Arbeit hätten und die Unternehmen Fachkräfte. «Das wäre sonst der gleiche Effekt wie bei der großen Krise Anfang der 1990er-Jahre», sagte er. «Da hat man als allererstes massiv die Ausbildungsplätze runtergeschrubbt über mehrere Jahre, um dann zwei Jahrzehnte über das Thema Fachkräftemangel zu lamentieren.»

(dpa)

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