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20210108055632

Stoch: Corona-Auflagen nicht kommunizieren wie Sperrmülltermine

05:55
08.01.2021
Kommt der Mensch nicht zur Information, muss die Information zum Menschen gelangen. Angesichts überfüllter Schlittenhänge und wiederholter Änderungen der Corona-Auflagen müssen Vorschriften und andere Hinweise zum Thema Corona daher nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Andreas Stoch besser bekanntgemacht werden. «Den Infektionsschutz sollte man doch nicht schlechter kommunizieren als eine Sperrmüllabfuhr», sagte Stoch der Deutschen Presse-Agentur.

Die Corona-Pandemie sei zwar das beherrschende Thema für die Menschen. Auch genüge es eigentlich, Nachrichten zu gucken, Radio zu hören, Zeitungen zu lesen oder sich im Internet zu informieren. «Aber wir wissen doch, dass es nicht wenige Menschen gibt, die all das einfach nicht tun», sagte Stoch. «Deswegen gehen wir bei anderen wichtigen Informationen doch auch andere Wege, hängen Plakate auf, verteilen Flugblätter, informieren auch in Fremdsprachen.»

Mit geschlossenen Geschäften oder Schwimmbädern würden Menschen vor vollendete Tatsachen gestellt. «Aber bei Auflagen im privaten Bereich oder draußen an den Schlittenhängen ist das Verständnis der Menschen unerlässlich», sagte Stoch. «Für Verständnis muss aber erst einmal die Möglichkeit gegeben sein, den Sinn der Schutzmaßnahmen zu verstehen.» Dies werde wichtiger, wenn die Infektionszahlen zurückgingen und die Zahl der Impfungen steige. «Zu früher Leichtsinn wäre dann fatal», warnte der SPD-Politiker. «Und das muss man auf jede erdenkliche Weise anschaulich erklären.»

(dpa)

Kritik an fehlender Corona-Impfung für Pflegebedürftige zu Hause

04:49
08.01.2021
Menschen über 80 Jahre zählen zu den ersten, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen können. Denn für sie besteht die größte Gefahr, an der Krankheit Covid-19 zu sterben. Doch wer zu Hause gepflegt wird und nicht mobil ist, geht bei der Impfung im Südwesten vorerst leer aus. Das Sozialministerium setzt vorrangig auf mobile Impfteams in Alten- und Pflegeheimen. Alle anderen sollen selbst in ein Impfzentrum kommen, wie ein Sprecher des Ministeriums erklärte.

Doch das stellt viele ältere Menschen im Land vor Probleme. Wer nicht mobil ist und etwa zu Hause gepflegt wird, für den ist der Gang ins Impfzentrum nur mit viel Aufwand oder gar nicht möglich. Das Sozialministerium verweist dabei auf das geringere Infektionsrisiko von Älteren, die zu Hause leben im Vergleich zu Menschen in Pflegeheimen. Zudem sei bei der Frage des Impfens zu Hause der Impfstoff ein Problem, da er sobald er für die Impfung vorbereitet sei, also abgetaut und verdünnt, nicht mehr transportiert werden könne. Eine Sprecherin des Impfstoff-Herstellers Biontech bestätigt, dass dies nicht empfohlen werde. Es ist der bislang einzige breit verfügbare Impfstoff in der EU. Ein weiterer wurde inzwischen zugelassen.

Für Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, ist die derzeitige Situation dennoch nicht haltbar. «Über 80-Jährige sind überall, wo sie leben, gleich gefährdet. Ob im Pflegeheim oder zu Hause.» Auch aus Sicht des Sozialverbands VdK braucht es mit Blick auf die Corona-Impfung von älteren und gebrechlichen Menschen, die zu Hause betreut werden, nun einen konkreten Plan. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Für die mobilen Impfteams, die pflegebedürftige und immobile Menschen zu Hause impfen sollen, fehlt es an Personal und an dem geeigneten Impfstoff.»

(dpa)

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