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Viele offene Fragen bei geplanter Kinderkrankentage-Aufstockung

13:44
07.01.2021
Nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Verdoppelung der Kinderkrankentage für Eltern in diesem Jahr wegen der Einschränkung an Schulen und Kitas, bleiben zunächst viele praktische Fragen offen. «Wir werden zeitnah einen Vorschlag für eine gesetzliche Regelung vorlegen», sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Donnerstag auf Nachfrage zu den Details der geplanten Regelung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Dienstag vereinbart, die Kinderkrankentage pro Elternteil in diesem Jahr von 10 auf 20 zu erhöhen, für Alleinerziehende von 20 auf 40. Eltern sollen die Krankentage ausdrücklich auch nehmen können, wenn ihre Kinder nicht krank sind, sondern wegen eingeschränkten Schul- und Kitabetriebs zu Hause bleiben müssen.

Laut Familienministerin Franziska Giffey (SPD) soll das auch gelten, wenn die Einrichtung gar nicht komplett geschlossen ist, Eltern aber der Bitte nachkommen, ihre Kinder zu Hause zu lassen. Kinderkrankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken Kindes nicht arbeiten gehen können. Es beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

Beim Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hieß es am Donnerstag auf Nachfrage, man warte aktuell auf Regelungen aus dem Gesundheitsministerium. Bisher lägen keine weiteren Informationen zu den Plänen vor. Man gehe aber davon aus, dass die staatliche Maßnahme im Rahmen der Pandemiebekämpfung auch staatlich finanziert werde.

Offen sind viele Fragen, etwa, über welche Bescheinigung die Kinderkrankentage abgewickelt werden, wenn es gar nicht um eine Krankschreibung geht oder ob nur die zusätzlichen Krankentage für Kita- und Schuleinschränkungen gedacht sind oder alle. Unklar ist auch, ob privatversicherte Eltern einen Anspruch bekommen und ob die Regelung auch für die Eltern gelten soll, die im Homeoffice arbeiten.

Die Vorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter, Daniela Jaspers, sagte am Donnerstag, man begrüße die Ausweitung des Kinderkrankengelds. «Wichtig wird sein, diesen Beschluss schnell in trockene Tücher zu bringen und eine unbürokratische und lebenspraktische Umsetzung zu finden.»

(dpa)

Verdi: Klagewelle gegen erste Corona-Entlassungen am Flughafen

13:43
07.01.2021
Die Gewerkschaft Verdi hat eine Klagewelle gegen die ersten Entlassungen am Frankfurter Flughafen in der Corona-Krise angekündigt. Er rechne damit, dass fast sämtliche Betroffene gegen die Kündigungen des Dienstleisters Wisag klagen werden, sagte der Verdi-Fachbereichsleiter Verkehr, Mathias Venema, am Donnerstag. Beim Frankfurter Arbeitsgericht hatten Wisag-Beschäftigte symbolisch ihre Klageschriften eingereicht.

Laut Verdi hat die Wisag kurz vor Weihnachten circa 225 ihrer 850 Beschäftigten betriebsbedingt gekündigt, ohne die weiter bis zum Jahresende 2021 mögliche Kurzarbeit anzustreben. Es sei völlig unverständlich, dass das Unternehmen die Zeit nicht nutze, um nach sozialverträglichen Lösungen zu suchen, meinte Venema. Auch ein Sozialtarifvertrag kam nicht zustande. Wisag hatte den Schnitt mit dauerhaft schlechten Geschäftsaussichten in Folge der Corona-Krise begründet. Ein Termin für die ersten Verhandlungen steht noch nicht fest.

(dpa)

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