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Kapitel

Mittwoch, 6. Januar

Spahn: Wohl keine zeitliche Streckung der Corona-Impfungen

18:31
06.01.2021
Der anfangs knappe Corona-Impfstoff wird voraussichtlich in Deutschland nicht durch ein verzögertes Verabreichen der zweiten Dosis mehr Menschen zugänglich gemacht. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin: «Wir lassen die Daten von der Ständigen Impfkommission anschauen, aber die ersten Rückmeldungen sind tatsächlich die, dass wir bei der Zulassung und dem, was in der Zulassung steht, bleiben sollten.» Für die Frist zwischen Erst- und Zweitimpfung gebe es klare Empfehlungen. In der für die Zulassung notwendigen Studie wurde den Probanden die zweite Impfung rund drei Wochen nach der ersten gegeben.

«Da es ja aber eine gemischt politisch-wissenschaftliche Debatte dazu gibt (...), war es mir sehr, sehr wichtig, diese Debatte in einen Prozess zu geben, der zu einem Ergebnis führt», sagte Spahn. Deshalb habe er die Ständige Impfkommission gebeten, sich damit auseinanderzusetzen. «Aber mein Eindruck ist, dass es sehr, sehr viel Sinn macht, gerade bei diesen sensiblen Fragen, bei denen es viel auch um Vertrauen und Verlässlichkeit geht, dass wir uns eben an die Zulassung halten.»

Für ein verzögertes Verabreichen der zweiten Dosis gab es unter Experten zuletzt auch Zustimmung. «In dieser besonderen Pandemielage ist es vertretbar, mit den jetzt vorhandenen Impfdosen möglichst vielen Menschen erst einmal die erste Immunisierung zu ermöglichen, und die zweite Impfung verzögert, aber zwingend innerhalb von 60 Tagen, nachzuholen», schreibt etwa die Gesellschaft für Immunologie in einer Stellungnahme.

(dpa)

Umfrage: Mehrheit der Deutschen hält Corona-Regeln für richtig

18:30
06.01.2021
Laut einer Umfrage hält eine Mehrheit der Menschen in Deutschland die Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns wegen des Coronavirus insgesamt für richtig. 54 Prozent der Bürger sind mit den am Dienstag von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen einverstanden, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Blitzumfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von RTL und ntv ergeben hat. 27 Prozent der Menschen gehen sie demnach zu weit, 18 Prozent noch nicht weit genug.

Größer ist die Zustimmung zu den weitgehenden Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten bis mindestens Ende Januar. Laut der Umfrage finden 69 Prozent der Befragten diese Entscheidung richtig. Unter den Eltern äußerten sich 65 Prozent dementsprechend.

Dass die Beschlüsse von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder ausreichen, um das Infektionsgeschehen deutlich zu reduzieren, glauben jedoch nur 32 Prozent der Befragten. 55 Prozent gehen nicht davon aus.

Bund und Länder hatten am Dienstag unter anderem eine Verlängerung der ursprünglich bis zum 10. Januar vereinbarten Lockdown-Regeln bis zum Monatsende sowie noch strengere Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich vereinbart. Menschen in Landkreisen, in denen binnen sieben Tagen mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gemeldet wurden, sollen sich zudem ohne triftigen Grund nicht mehr als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen.

(dpa)

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