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ARD und ZDF vergrößern Angebot an Lerninhalten wegen Schullockdown

18:29
06.01.2021
ARD und ZDF erweitern nach eigenen Angaben ihr Bildungsangebot vor dem Hintergrund der aktuellen Schulschließungen. Der Bildungskanal ARD-alpha reagiere auf den Lockdown und die Schließungen und sende unter dem Titel «Schule daheim» ab dem kommenden Montag werktags zwischen 9 und 12 Uhr Lernformate für alle Schularten und Fächergruppen, teilte eine ARD-Sprecherin am Mittwoch mit. Zudem werde es ab Montag auf allen Plattformen des Kinderkanals von ARD und ZDF (KiKA) für insgesamt drei Wochen «Sonderprogrammierungen» geben.

Das ZDF hat nach Angaben einer Sprecherin bereits sein Angebot unter dem Titel «Terra X plus Schule» in der ZDF-Mediathek und auf dem entsprechenden Youtube-Kanal «beträchtlich verstärkt». Wie eine Sendersprecherin der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte, kommen jede Woche neue Erklärvideos aus den Fächern Erdkunde, Biologie, Chemie und Physik hinzu. Ergänzt werde das Angebot in der Mediathek durch je nach Schulfächern sortierte Dokumentationen, Videos und Beiträge zur rechtefreien Nutzung.

Bei Twitter hatten mehrere Nutzer auf ein Angebot der öffentlich-rechtlichen BBC in Großbritannien verwiesen. Diese hatte angekündigt, wegen des Lockdowns mehrere Stunden täglich im Fernsehen ein Schulprogramm zu zeigen. «Ein solches Schulfernsehen wäre auch bei uns eine sinnvolle Unterstützung für Rundfunkbeitragszahlende Eltern und Kinder beim Homeschooling», twitterte zum Beispiel Linksfraktionschef Dietmar Bartsch.

(dpa)

Johnson stimmt Briten auf langwierige Lockdown-Maßnahmen ein

17:12
06.01.2021
In Großbritannien könnte frühestens Mitte Februar an erste Lockerungen zu denken sein. Das Lockdown-Gesetz soll aber bis Ende März gelten.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Menschen in seinem Land auf langwierige Lockdown-Maßnahmen eingestimmt. Die Aufhebung der Einschränkungen werde schrittweise erfolgen, sagte Johnson am Mittwoch im Parlament in London. Einen «Big Bang» werde es nicht geben. Die erste Lockerung werde eine Öffnung der Schulen sein, doch damit sei frühestens Mitte Februar zu rechnen. Ebenfalls bis Mitte Februar will die Regierung in London etwa 13 Millionen Menschen in den höchsten Risikostufen eine erste Impfstoff-Dosis verabreicht haben.

Das britische Lockdown-Gesetz mit Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen, über das noch am Mittwoch abgestimmt werden sollte, soll aber bis zum 31. März gelten. Johnson betonte, das Datum sei nicht deshalb gewählt, weil der Lockdown bis dahin dauern solle. Vielmehr gehe es darum, «einen steten, kontrollierten und faktenbasierten Übergang» zu ermöglichen. Dabei dürften Fortschritte nicht schnell wieder zunichtegemacht werden. Die Lockdown-Maßnahmen würden laufend überprüft und so schnell wie möglich beendet.

Es sei wichtig, dass die Menschen zunächst zu Hause blieben, auch um den Effekt der Corona-Impfungen nicht zu zerstören, sagte der Premier. «Jede Nadel in jedem Arm macht einen Unterschied.» Großbritannien impfe bereits jetzt schneller als jedes vergleichbare Land, und die Quote werde sich hoffentlich noch erhöhen. Bisher haben Johnson zufolge landesweit mehr als 1,3 Millionen Menschen eine Dosis erhalten. Neben dem Impfstoff von Biontech und Pfizer wird in Großbritannien auch das heimische Vakzin der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca verabreicht.

Der Premierminister betonte, nach dem «Marathon des vergangenen Jahres» befinde sich das Land nun in einem «Sprint», um alle gefährdeten Menschen so schnell wie möglich zu impfen. «Wenn wir dieses Rennen für unsere Bevölkerung gewinnen wollen, müssen wir unserer Impf-Armee einen Vorsprung ermöglichen», sagte er. «Und deshalb müssen wir einmal mehr zu Hause bleiben, den (Gesundheitsdienst) NHS schützen und Leben retten.»

Seit Dienstag gilt in England ein landesweiter Lockdown, es ist bereits der dritte. In den anderen Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland gelten ähnliche Bestimmungen. Demnach sollen die Menschen ihre Häuser und Wohnungen nur verlassen, um einzukaufen, zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen. Pro Tag ist es erlaubt, nur eine Stunde für Spaziergänge oder zum Joggen im Freien zu verbringen. Auch Schulen und nicht lebensnotwendige Geschäfte sind geschlossen, ebenso Fitness- und Sportstätten.

Großbritannien meldet derzeit jeden Tag mehrere Zehntausend neue Corona-Fälle. Am Mittwoch verzeichnete das Land mit mehr als 62 300 Fällen erneut einen Rekordwert an Neuinfektionen. Verantwortlich für die schnelle Ausbreitung macht die Regierung eine neue möglicherweise ansteckendere Virus-Variante.

(dpa)

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