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20210106155241

Schweiz zieht Schrauben bei Coronamaßnahmen nur leicht an

15:49
06.01.2021
Trotz deutlich höherer Corona-Infektionszahlen als in Deutschland bleiben die Schutzmaßnahmen in der Schweiz relativ locker. Die Restaurants werden ab Samstag zwar auch in Kantonen mit Infektionszahlen unter dem landesweiten Durchschnitt ganz schließen müssen, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte. Sie verhängte aber keine Ausgehbeschränkungen, und vielerorts bleiben die Geschäfte offen. Treffen im Freundeskreis mit bis zu zehn Personen sind auch weiter erlaubt. Viele Skigebiete und Hotels sind geöffnet und sie dürfen hauseigene Gäste in ihren Restaurants bedienen.

Dem Bundesamt für Gesundheit wurden bis Mittwochmorgen innerhalb von 24 Stunden 4808 Neuinfektionen in der Schweiz und Liechtenstein gemeldet. Das entsprach über 14 Tage knapp 522,8 Fällen pro 100 000 Einwohner. In Deutschland wird die Inzidenz über sieben Tage gemessen und lag bei 127,3.

Die Schweizer Regierung hatte erst am 18. Dezember die Schließung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Museen, Kinos, Zoos und Kasinos beschlossen. Die Regierung schlägt vor, die Maßnahmen um fünf Wochen bis Ende Februar zu verlängern. Der Beschluss soll aber erst nächste Woche fallen. Was in Schulen und Skigebieten passiert, entscheiden die Kantone. Viele Skigebiete sind offen, darunter im Berner Oberland, im Wallis und in Graubünden. Sie begrenzen lediglich die Zahl der Gäste, die in Seilbahnen befördert werden dürfen.

«Eine Lockerung der Maßnahmen ist momentan nicht möglich», sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Auch Impfungen würden die Maßnahmen zunächst nicht überflüssig machen.

(dpa)

Maas hält Dienstreisen auch in Corona-Zeiten für notwendig

15:49
06.01.2021
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat bei einem Kurzbesuch in Jordanien betont, dass er gewisse Dienstreisen auch in Corona-Zeiten für zwingend notwendig hält. «Das hier ist keine Privatreise, das ist keine touristische Reise, hier geht es um Abrüstung», sagte er am Mittwoch nach seiner Ankunft in der jordanischen Hauptstadt Amman, wo er an einer Abrüstungskonferenz mit Vertretern aus 15 Länder teilnahm. Es gebe Themen, die von so großer Bedeutung seien, dass man sich persönlich treffen müsse, «um in der Außenpolitik arbeitsfähig bleiben zu können».

Für nächste Woche kündigte der Außenminister eine weitere Reise in die ägyptische Hauptstadt Kairo an. Angesichts der Rolle Deutschlands im Nahen Osten sei es «außerordentlich wichtig», die Kontakte zu pflegen. Für Maas war der Besuch in Amman die erste Reise in ein Land außerhalb Europas seit mehr als vier Monaten. Danach war er wegen der Corona-Pandemie nur noch wenige Male innerhalb Europas unterwegs.

Die Bundesregierung hat rund 150 der etwa 200 Länder weltweit zu Corona-Risikogebieten erklärt und warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen dorthin. Unter diesen Ländern ist auch Jordanien.

In Europa gibt es kaum noch Regionen, die kein Risikogebiet sind. Die Einstufung erfolgt, wenn in einem Gebiet mehr als 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche registriert werden. Nach diesen Kriterien sind aber auch alle 16 deutschen Bundesländer Risikogebiete.

(dpa)

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