Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die im Nachbarland Luxemburg geplanten Lockungen in der Corona-Pandemie kritisiert. «Ich halte das, ehrlich gesagt, für verantwortungslos, bei solch hohen Virus-Inzidenzzahlen zu lockern», sagte er am Mittwoch dem Saarländischen Rundfunk. Luxemburg hatte am Dienstag angekündigt, vom 11. Januar an den Einzelhandel, Kultureinrichtungen und Sportstätten unter strengen Auflagen wieder öffnen zu wollen. In den Schulen sei dann wieder Präsenzunterricht vorgesehen.
Gleichzeitig sollen laut Premierminister Xavier Bettel Restaurants und Kneipen bis Ende Januar geschlossen bleiben. Auch änderten sich die Kontaktbeschränkungen nicht: Nur maximal zwei Personen aus einem anderen Haushalt könnten zu Besuch kommen. Und weiter gelte eine nächtliche Ausgangsbeschränkung von 23 Uhr bis 6 Uhr. Die Gesetze sollten diese Woche im Parlament verabschiedet werden, hieß es.
Angesichts der Inzidenzahlen ist Hans der Ansicht, dass in Luxemburg «die Regierung das überdenken» müsse. Die Entscheidung sei «eine echte Belastung in der Großregion». Zudem warnte Hans vor einer möglichen Ausbreitung der jüngsten Virus-Mutation: «Zumal man auch weiß, dass es enge Verknüpfungen zwischen Luxemburg und Großbritannien gibt, wo die neue Mutation grassiert und zu heftigsten Ausgangssperren im Moment führt», sagte er.
Bettel hatte die Lockerung der Einschränkungen mit sinkenden Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen begründet. Diese seien von rund 550 pro Tag Anfang Dezember auf nun gut 160 zurückgegangen. Die Situation bleibe weiter aber «angespannt».