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Jeder zehnte Deutsche will Weihnachten verreisen

10:58
20.12.2020
Trotz hoher Corona-Infektionszahlen will jeder zehnte Deutsche Weihnachten verreisen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 9 Prozent, sie würden verreisen, um mit Freunden oder Verwandten Weihnachten feiern zu können. Ein Prozent der Befragten plant eine Urlaubsreise. 87 Prozent wollen dagegen über die Feiertage zu Hause bleiben. 3 Prozent machten keine Angaben.

Besonders die Jüngeren haben Reisepläne für Weihnachten. Unter den 18- bis 24-Jährigen sind es 15 Prozent, in der Altersklasse 25 bis 34 sogar 20 Prozent. Dagegen wollen nur 5 Prozent der Befragten über 55 verreisen.

Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder raten von nicht notwendigen Reisen an Weihnachten ab. Verboten sind sie aber nicht. Hotels in Deutschland dürfen generell keine Urlauber aufnehmen. Für Familienbesuche gibt es aber in einigen Bundesländern Ausnahmeregelungen.

(dpa)

Drosten: Britische Virusvariante in Deutschland bisher nicht gesehen

10:58
20.12.2020
In Deutschland ist die neue Coronavirus-Variante, die sich derzeit in Großbritannien ausbreitet, nach Angaben von Christian Drosten bisher nicht aufgetaucht. Die Verbreitung könne Zufall sein, schreibt der Coronavirus-Experte der Berliner Charité auf Twitter. Die Mutationen verschafften dem Virus nicht zwingend einen Selektionsvorteil, auch wenn das möglich sei. Ein Selektionsvorteil kann dazu führen, dass sich ein Virus leichter ausbreiten kann.

Ersten Analysen britischer Wissenschaftler zufolge verfügt die neue Variante über ungewöhnlich viele genetische Veränderungen, vor allem im Spike-Protein. Dieses Protein benötigt das Virus, um in Zellen einzudringen. Der in Großbritannien eingesetzte Impfstoffe des Mainzer Unternehmens Biontech erzeugt eine Immunantwort gegen genau dieses Protein. Deswegen gibt es die Befürchtung, dass der Impfstoff gegen die neue Variante möglicherweise nicht wirkt. Nach Angaben des britischen Premierministers Boris Johnson gibt es aber keine Hinweise darauf.

(dpa)

Verdi: Fachkräfte auf Corona-Stationen müssen besser geschützt werden

08:23
20.12.2020
Die Pflegekräfte in den Covid-19-Stationen der Kliniken sind nach Beobachtung der Gewerkschaft Verdi am Ende ihrer Kräfte. «Die Erschöpfung ist groß, da nach der ersten Corona-Welle im Sommer aufgeschobene Eingriffe nachgeholt wurden und anschließend die Corona-Zahlen wieder gestiegen sind», sagte die Verdi-Fachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales, Irene Gölz. «Es gab keine Verschnaufpause», fügte sie in Stuttgart hinzu. Wenn die Pfleger nicht mehr einsatzfähig seien, drohe eine sogenannte Triage. Der Begriff bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen.

Laut der Gewerkschafterin kommt die Angst, selbst infiziert zu werden oder das Virus in die Familie einzuschleppen, als Belastung hinzu. Und Äußerungen, die die Gefahr schwerer Erkrankung durch Corona leugnen, seien «ein Schlag in die Magengrube» der Fachkräfte. Die Arbeit in voller Schutzkleidung auf den für die Covid-Patienten erwärmten Stationen zehre an den Kräften. Die Krankenhäuser müssten auf mehr Eingriffe verzichten, damit das dadurch freiwerdende Personal die stark geforderten Kräfte auf den Covid-Stationen unterstützen könne.

Hinter der fortgesetzten Behandlung nicht dringender Fälle stecke die Angst vor finanziellen Einbußen, sagte Gölz. Diese Entwicklung auf dem Rücken des Personals müsse gestoppt werden. Die Hilfe des Bundes müssten alle Häuser mit Covid-Patienten bekommen und ihnen damit die Furcht vor einer Pleite nehmen. Auch die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft hatte davor gewarnt, nur einer kleinen Zahl von Kliniken Ausgleich für den Verlust durch das Aufschieben von Eingriffen jenseits von Corona zu gewähren.

(dpa/lsw)

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