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20210105201838

11 897 Corona-Neuinfektionen und 944 neue Todesfälle gemeldet

20:17
05.01.2021
Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 11 897 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 944 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30. Dezember) erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 134,7. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 298,7 und Thüringen mit 241,8. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,1.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1 787 410 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 05.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 35 518. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 424 700 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Dienstag bei 0,81 (Montag: 0,85). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 81 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betonte, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde.

Notizblock

(dpa)

«Unumgänglich» - Reaktionen auf Lockdownverlängerung an Schulen

20:16
05.01.2021
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat um Verständnis für die Verlängerung des Corona-Lockdowns auch an Kitas und Schulen geworben. «Die Lage ist sehr ernst. Daran gibt es nichts zu deuteln», sagte die SPD-Politikerin nach den Beratungen von Bund und Ländern am Dienstag zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie. Es müsse überall deutlichere Kontaktreduzierungen geben. «Deshalb ist es unumgänglich, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen – auch die für Kitas und Schulen – bis Ende Januar verlängert werden.»

Giffey wies zugleich darauf hin, dass mit der Verdoppelung der Zahl der Kinderkrankentage für Eltern der Belastung für Familien auch eine «deutliche Entlastung» entgegengesetzt werde. Dies nehme Eltern finanzielle Sorgen und lindere Probleme mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Der Verband Bildung und Erziehung nannte die Verlängerung des Lockdowns «angesichts der aktuellen Inzidenzen und des Risikos des mutierten Virus aus Großbritannien» nachvollziehbar. Der Verbandsvorsitzende Udo Beckmann forderte von den Kultusministern der Länder allerdings «klare und rechtssichere Regelungen» für die Leistungsmessung und Abschlussprüfungen mit Blick auf die Besonderheiten eines unnormal verlaufenden Schuljahres».

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt den verlängerten Lockdown für die Schulen im Grundsatz. GEW-Chefin Marlis Tepe sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) zugleich, die Schulen seien trotz einiger Fortschritte immer noch nicht coronafest. «Bis heute gibt es keine flächendeckende Versorgung der Lehrenden und Lernenden mit digitalen Endgeräten, es mangelt an stabilem, schnellem Wlan», kritisierte Tepe. «Die Kultusminister und -ministerinnen haben ihre Hausaufgaben noch nicht erledigt», betonte die GEW-Chefin.

Der Sozialverband VdK forderte angesichts geschlossener Schulen und Einschränkungen an Kitas unbürokratische Hilfe für arme Familien. Konkret sprach sich der Verband für eine monatliche Pauschalzahlung von 100 Euro für Menschen in Grundsicherung aus, um etwa Zusatzkosten für ausfallendes Schulessen und für digitales Lernen abzudecken.

(dpa)

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