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Chatbot Corey beantwortet Corona-Fragen der Baden-Württemberger

16:07
04.01.2021
«Wie viele Personen darf ich zu Hause treffen?» Diese und andere Fragen rund um die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Verordnungen beantwortet ein Chatbot der Landesregierung im Internet. Corey, wie das digitale Angebot genannt wird, wurden seit dem Start im April 2020 rund 1,7 Millionen Fragen von mehr als einer Million Nutzern gestellt. «Es war ein Test – und der Test ist erfolgreich», bilanzierte Innenminister Thomas Strobl (CDU) zum Jahreswechsel. Allein im Dezember wandten sich demnach rund 270 000 Personen mit ihren Fragen an Corey. Zunächst hatte die «Schwäbische Zeitung» berichtet.

«Wenn Sie beispielsweise über Nacht Erkältungssymptome entwickeln, kann Corey Ihnen sagen, was zu tun ist und an wen Sie sich wenden können», erklärte Strobl. Bislang hatten die Nutzer vor allem Fragen zu den Kontaktbeschränkungen, etwa was Treffen im privaten Raum oder Familienfeiern angeht. Rund 20 verschiedene Antworten hat Corey laut Innenministerium zu diesem Themengebiet parat.

Viele Fragen beschäftigen sich auch mit Reisen oder sind von den Jahreszeiten abhängig. Im Sommer seien etwa oft die Regelungen beim Grillen oder bei Hochzeiten abgefragt worden. Zuletzt bestimmten Weihnachten, Silvester und alles rund ums Impfen die Kommunikation mit dem Chatbot.

Der erste Corona-Chatbot kam im März 2020 beim Landratsamt Ortenaukreis zum Einsatz. Auf dessen Basis wurde kurze Zeit später Corey aufgesetzt und in die Webseiten der Landesregierung integriert. Auch elf weitere Stadt- und Landkreisverwaltungen setzen den Chatbot ein. Die Antworten werden regelmäßig aktualisiert und angepasst. Bei einem Chatbot können Benutzer Fragen stellen, die dann automatisch beantwortet werden.

(dpa/lsw)

Pharmaindustrie springt Bundesregierung in Impfstoff-Streit bei

14:49
04.01.2021
Im Streit um den knappen Corona-Impfstoff springt die Pharmaindustrie der Bundesregierung zur Seite. «Die EU und auch die Bundesregierung haben sich nach unserer Kenntnis sehr rechtzeitig mit der Beschaffung von Impfstoffen auseinandergesetzt», sagte am Montag Hans-Georg Feldmeier, der Vorsitzende des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie. Dabei sei mit allen potenziellen Impfstoffherstellern verhandelt worden.

Die Bundesregierung ist mit scharfer Kritik konfrontiert, weil in Deutschland verhältnismäßig wenig Impfstoff zur Verfügung steht und die Lieferungen an die Bundesländer sich verzögert haben. «Was wir jetzt feststellen ist, dass die einzelnen Firmen mit einer unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeit zum Erfolg gekommen sind», sagte der BPI-Chef dazu. «Zum Zeitpunkt der Verhandlungen konnte aber niemand voraussehen, wann welche Firma eine Impfstoffentwicklung erfolgreich abschließt.» Im Hauptberuf ist Feldmeier Vorstandschef des in Grünwald bei München ansässigen Herstellers Dermapharm.

Feldmeier schlug größere Packungen vor, um schnell mehr Impfstoff zur Verfügung zu stellen: Pro Behältnis könnte die europäische Arzneimittelbehörde EMA demnach sechs Impfdosen statt der bisherigen fünf zulassen.

Die EU hatte sich bei den Bestellungen auf sechs Pharmaunternehmen konzentriert, von denen angenommen wurde, dass sie ihre jeweiligen Impfstoffe am schnellsten entwickeln würden. «Nun haben wir die Situation, in der weniger Firmen als vorausgesehen die Zulassung haben», sagte Feldmeier. «Im Nachhinein die Richtigkeit der Bestellstrategie bewerten zu wollen, ist nicht zielführend.»

Feldmeier betonte, dass zum Zeitpunkt der Zulassungserteilung schon sehr viel Impfstoff vorhanden gewesen sei. «Das ist nicht selbstverständlich und bedeutet, dass die Hersteller auf eigenes Risiko bereits vor der Zulassungserteilung mit der Produktion begonnen haben.»

Eine Herausforderung ist nach Worten des Pharmamanagers nicht nur die Produktion des Impfstoffs als solchen. «Die Wertschöpfungskette beginnt zum Beispiel mit der Produktion der Fläschchen, geht über die Herstellung von Stopfen und Kappen bis zu speziellen Devices wie Einwegspritzen und Hilfsstoffen und mündet dann in der eigentlichen Impfstoffproduktion.» Der Einkauf all dieser Materialien und die Produktion seien globale Herausforderungen.

Einen Impfstoffgipfel, wie die SPD ihn vorgeschlagen hat, hält Feldmeier nicht für sinnvoll. «Die akuten Fragestellungen sind nicht politischer, sondern regulatorischer und technologischer Natur. Diese Fragen können nicht auf einem Gipfel mit der Politik beantwortet werden.»

(dpa)

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