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20210104115153

Post-Covid-Selbsthilfegruppen gründen sich

11:43
04.01.2021
Knapp ein Jahr nach den ersten Corona-Fällen in Deutschland gründen sich erste Selbsthilfegruppen von Post-Covid-Patienten. Vor allem gehe es darum, über das Erlebte zu sprechen, sich gegenseitig bei der Genesung zu unterstützen und fachliche Informationen zu sammeln, sagte Karl Baumann, der eine der ersten Gruppen bundesweit in Regensburg gegründet hat. Am Mittwoch wollte sich die Gruppe zum zweiten Mal treffen. Dabei soll gleich eine weitere entstehen: Das Interesse sei groß, 20 Betroffene seien dabei - zu viel für ein Online-Treffen.

«Es kommt eine Riesenwelle auf unser Gesundheitssystem zu», ist Baumann überzeugt. Die Behandlungskosten seien noch gar nicht absehbar. Der 52-jährige Unternehmer aus Wenzenbach bei Regensburg, zuvor vollkommen gesund, war im März erkrankt. Er hing an der Herz-Lungen-Maschine, erlitt im Koma einen Schlaganfall und überlebte nur knapp. «Damals hat kaum einer daran geglaubt, dass ich wieder zurückkomme», sagt er heute. «Es ist viel aufzuarbeiten.» Wann und ob er wieder voll arbeiten könne, sei offen.

Bei Baumann waren mehrere Organe betroffen, neben der Lunge auch Herz, Nieren und Leber. «Es ist eine Systemerkrankung.» Bis heute seien nicht alle seine Werte normal. Und es gehe auch um die Psyche. «Man muss das Trauma aufarbeiten. Das ist langwierig.» Seine Frau leide trotz milden Verlaufs wie er an Erschöpfung, Konzentrations- und Wortfindungsschwierigkeiten. Wenn er sich mit ihr unterhalte, sei es manchmal «wie im Komödienstadel», sagt er.

(dpa)

Ifo: Senkung der Mehrwertsteuer hat Ziel verfehlt

11:42
04.01.2021
Die befristete Senkung der Mehrwertsteuer hat nach Einschätzung des Ifo-Instituts für die Konjunktur kaum etwas gebracht. Erklärtes Ziel der Bundesregierung sei es gewesen, die Bürger «dadurch zu größeren Anschaffungen zu bewegen. Dieses ist nicht erreicht worden, wie zwei Umfragen nahelegen», schrieben die Wirtschaftsforscher Clemens Fuest, Andreas Peichl und Florian Neumeier in einem am Montag veröffentlichten Aufsatz.

(dpa)

Umfrage: Menschen fühlen sich beim Arzt sicherer als in Bahnen

10:48
04.01.2021
Wie sicher sich die Menschen vor einer Corona-Infektion fühlen, unterscheidet sich einer Umfrage zufolge gewaltig. So gaben 70 Prozent der Befragten an, sich in Arztpraxen oder Krankenhäusern gut oder sehr gut geschützt zu fühlen. Beim öffentlichen Nahverkehr waren hingegen nur 20 Prozent der Teilnehmer dieser Meinung. Das Meinungsforschungsinstitut Kantar hatte kurz vor Weihnachten im Auftrag der Karlsruher Drogeriekonzerns dm und der Verbraucher Initiative (Bundesverband) 1017 Menschen repräsentativ befragt. Nach Angaben vom Montag waren auch zwei Drittel vom Ansteckungsschutz in Gaststätten und Restaurants überzeugt, die die Politik im Zuge der Pandemie-Maßnahmen als erstes geschlossen hatte.

Im Einzelhandel fühlt sich etwas mehr als die Hälfte der Befragten vor einer Infektion geschützt. Während sich im Drogerie- und Buchhandel sowie vor allem in Apotheken (86 Prozent) mehr als die Hälfte der Befragten sicher fühlt, waren es in Kauf- und Warenhäusern, im Textilhandel, in Super- und Lebensmittelmärkten beziehungsweise bei Discountern jeweils weniger als 50 Prozent.

Aus Sicht der Befragten trägt zu einer hohen Sicherheit vor einer Corona-Infektion insbesondere bei, dass sich nicht zu viele Kunden in einem Geschäft aufhalten. Das gaben 85 Prozent der Befragten an, gefolgt von besonders breiten Gängen (77 Prozent) und dem Verhalten der Mitarbeiter im Markt (76 Prozent). Als weniger wirksam werden hingegen unter anderem Regalstraßen mit Einbahnsystem (58 Prozent) oder Desinfektionsspray für Einkaufswagen (66 Prozent) erachtet.

«Zur Bewältigung der Krise sind nicht nur Milliardenhilfen, sondern vor allem Ideen und Visionen nötig», sagte der Bundesgeschäftsführer des Vereins Verbraucher Initiative, Georg Abel. Dafür müssten Politik, Verbraucherorganisationen und Wirtschaft mehr miteinander sprechen. Dabei sollen die Erkenntnisse aus der Studie genutzt werden, sagte dm-Geschäftsführer Christoph Werner. «Die Befragung der Bürger zeigt: Sicherheit und Gesundheit haben für die Menschen beim Einkaufen höchste Priorität.» Anhand weiterer Befragungen solle ihnen verdeutlicht werden, dass ihre Meinung wertgeschätzt werde.

(dpa)

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