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Experten: Neue Corona-Variante könnte Eindämmung schwieriger machen

10:40
04.01.2021
Die neue Corona-Variante B.1.1.7 könnte die Eindämmung der Pandemie schwieriger machen. Es erscheine anhand der verfügbaren Daten wahrscheinlich, dass die Variante bald auch in Deutschland dominierend sein werde, erklärte der Virologe Jörg Timm von der Uniklinik Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur. «Ich halte eine Senkung der Fallzahlen grundsätzlich für eine nachhaltige Infektionskontrolle für notwendig. Wenn die Daten zur erhöhten Ansteckungsfähigkeit der neuen Variante stimmen - und davon gehe ich aus - dann wird die Aufgabe sicherlich schwieriger.»

Adam Lauring, ein Experte für Evolution von RNA-Viren an der US-amerikanischen Universität Michigan, sagte in einem Podcast: «Entscheidungsträger werden darüber nachdenken, was sie mit Blick auf Corona-Regeln tun müssen.» Weil sich Varianten schneller ausbreiteten, müssten solche Maßnahmen strenger sein, um den gleichen Effekt bei der Eindämmung zu erzielen. «Wir müssen besser bei den Maßnahmen werden, um das Virus zu kontrollieren. Falls nicht, werden wir mehr Corona-Fälle sehen.» Das bedeute dann auch mehr schwere Erkrankungen und mehr Tote.

B.1.1.7 war zuerst in Großbritannien nachgewiesen worden. Mittlerweile wurde die Variante auch in anderen Ländern bestätigt. In Deutschland sind bislang nur vereinzelt Fälle bekannt, etwa in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen. Das Robert Koch-Institut erwartet aber, dass weitere Fälle hinzukommen.

(dpa)

Bildungsverband: Schulen sollten über Unterricht selbst entscheiden

10:40
04.01.2021
Vor der Entscheidung über eine Verlängerung des Lockdowns und weitere Schulschließungen befürworten die meisten Lehrerinnen und Lehrer in einer Online-Umfrage ihres Dachverbands zwar einen Präsenzunterricht. Eine deutlich größere Mehrheit würde laut Umfrage des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) aber erreicht, wenn Schulen selbst entscheiden dürften, ob sie bei hohen Inzidenzwerten am Ort auf Wechselunterricht umsteigen können.

Von allen Schularten insgesamt hatten sich 55 Prozent der mehr als 1000 befragten Lehrkräfte für einen flächendeckenden Präsenz- und 45 Prozent für Wechselunterricht ausgesprochen, teilte der Verband am Montag mit. Eine große Mehrheit der Befragten (86 Prozent) ist demnach aber auch für die eigene Entscheidung der Schulen. Die Lehrkräfte wurden vom 30. November bis zum 6. Dezember 2020 befragt.

Richtschnur für Präsenz- oder Wechselunterricht müsse der landesweite Inzidenzwert sein, forderte der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand. «Das heißt, die Landesregierung definiert einen landesweiten Grenzwert, oberhalb des Wertes gehen die Schulen in den Wechselunterricht, unterhalb des Wertes in den Präsenzunterricht.»

Sein Verband schlägt einen Inzidenzwert von 50 als Grenze vor. «Von der landesweiten Regelung sollte jedoch bei einer deutlich anderen Situation auf Kreisebene auch abgewichen werden können», sagte Brand. In einem großen Flächenland wie Baden-Württemberg müsse es Spielraum geben, um vor Ort auf die jeweilige Situation reagieren zu können.

Baden-Württembergs Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU) will Kitas und Grundschulen auf jeden Fall schon ab dem 11. Januar wieder öffnen und hat sich für diesen Vorstoß massive Kritik eingehandelt.

(dpa)

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