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20210104053256

Lauterbach für nicht befristeten Lockdown

04:36
04.01.2021
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat einen «konsequenten» und zeitlich nicht befristeten Lockdown gefordert. Er verwies dabei auch auf die Mutation des Coronavirus. «Wir müssen die Neuinfektionen deutlicher reduzieren als bisher geplant», sagte er der «Passauer Neuen Presse» (Montag). «Ein Inzidenzwert von 50 reicht nicht aus, weil wir es in Zukunft wahrscheinlich mit einer Virus-Variante zu tun haben werden, die wesentlich ansteckender ist als die bisher in Deutschland verbreitete.» Die Rate der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen müsse auf 25 gesenkt werden. Am Sonntag lag sie in Deutschland bei 139,6.

«Der Lockdown muss weitergehen und sollte nicht zeitlich befristet werden, sondern auf den Zielwert von 25 ausgerichtet werden», sagte Lauterbach. Er forderte zudem eine «pragmatisch-intelligente» Impfstrategie. «Wir sollten umdenken und uns damit abfinden, dass wir zunächst einmal nicht mehr Dosen von den Impfstoffen der Hersteller Biontech und Moderna haben.»

Die Ständige Impfkommission müsse jetzt prüfen, ob eine vorgezogene Erstimpfung auch in Deutschland praktiziert werden sollte, ähnlich wie in England. «Es gilt, in den nächsten zwölf Wochen so viele Menschen wie möglich mit der Erstimpfung zu versorgen. Die Zweitimpfung könnte dann danach erfolgen», meinte der SPD-Politiker.

An diesem Dienstag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über das Vorgehen in der Corona-Krise über den 10. Januar hinaus entscheiden. Bis dahin gelten die aktuellen strikten Eindämmungsmaßnahmen.

(dpa)

Beratungsstellen: Religiöse Bewegungen halten sich an Corona-Regeln

04:35
04.01.2021
Religiöse Bewegungen halten sich nach Einschätzung von Sekten-Experten überwiegend an die Corona-Regeln. «Es gibt religiöse Gruppierungen, die auf gar keinen Fall negativ auffallen wollen», sagte Sarah Pohl von der Zentralen Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen in Freiburg. Die negativen Nachrichten durch Infektionsausbrüche nach Gottesdiensten wollten die meisten verhindern.

Trotz sinkender Mitgliederzahlen in den etablierten Großkirchen beobachten die Berater ein großes Bedürfnis nach sinnstiftenden Angeboten. «In Krisenzeiten ist der Wunsch nach Halt und Orientierung stärker ausgeprägt», erklärte Pohl. Einige Menschen wünschten sich wenige Komplexität-reduzierende und schwarz-weiße Weltbilder. «Manche neu-religiöse Gruppierungen vertreten ja genau diese Weltbilder, die schwarz-weiß sind.»

Nach Ansicht von Jennifer Neumann, Beraterin bei der Sekteninfo Berlin, fallen einige Gruppen auch auf, «indem sie mit der Angst der Menschen spielen». Für manche Menschen sei die aktuelle Situation so belastend, dass sie sich deshalb problematischen Angeboten anschlössen - sie hofften auf Entlastung. An der Zahl der Beratungsanfragen können die Berliner Sekten-Experten aber keine großen Veränderungen ablesen. Ähnlich wie im vorangegangenen Jahr führten sie etwa 600 Beratungs- und Informationsgespräche.

(dpa)

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