Aus Sicht der Opposition ist Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) mit dem Management der Coronakrise überfordert - Lucha hat sich nun mit bissigen Worten verteidigt. «Wer nicht am Steuer sitzt und seit Jahren keine Verantwortung trägt, kann von der Sofakante aus leicht schimpfen», sagte der Grünen-Politiker in Richtung von FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. Der hatte Lucha am Mittwoch vorgeworfen, vollständig überfordert zu sein, zu wenig Impfstoff bestellt zu haben und die Vergabe von Impfterminen nicht in den Griff zu bekommen.
«So wenig Fachkenntnis und so viel Ahnungslosigkeit hätte ich selbst bei Herrn Rülke nicht erwartet», sagte Lucha der dpa. Den Impfstoff bestelle nicht das Land, sondern die EU beziehungsweise der Bund. Es könnten zudem nur nur so viele Impf-Termine vergeben werden, wie Impfdosen vorhanden seien. «Das sollte ein ehemaliger Lehrer eigentlich ausrechnen können: Wenn ich in einer ersten Tranche knapp 10 000 Impfdosen erhalte, kann ich nicht ein paar Millionen Menschen impfen.» Ein Blick über den Tellerrand würde manchem Landespolitiker hierzulande gut tun.