Letztes Update:
20201230124617

EU-Behörde fordert stärkere Überwachung neuer Corona-Varianten

12:45
30.12.2020
Um eine mögliche Ausbreitung der neuen Corona-Variante in Europa zu erkennen, rät die EU-Gesundheitsbehörde ECDC Gesundheitsämtern zu einer verbesserten Überwachung. Unerlässlich seien dazu unter anderem mehr Tests und eine bessere Kontaktrückverfolgung, hatte die Behörde am Dienstagabend mitgeteilt. Nicht alle Fälle der zunächst in Großbritannien aufgetretenen Variante seien auf Reisen zurückzuführen. «Eine weitere Verbreitung dieser Variante außerhalb Großbritanniens kann daher nicht mehr ausgeschlossen werden.» Die neue Form des Virus sei inzwischen in rund einem Dutzend europäischer Länder entdeckt worden.

Nur «wenige Fälle» einer weiteren Variante, die zunächst in Südafrika aufgetreten war, seien bisher in Europa - unter anderem in Großbritannien und Finnland - gemeldet worden. Sie gingen auf Reisen zurück. Die in Stockholm ansässige Behörde erwarte in den kommenden Wochen weitere Fälle dieser Form in Europa.

Viren veränderten sich ständig durch Mutation, und so sei das Auftreten neuer Varianten erwartbar und «an sich kein Grund zur Sorge», teilte die Behörde weiter mit. «Obwohl es keine Daten gibt, die darauf hindeuten, dass die neu entdeckten Varianten schwerere Krankheitsverläufe verursachen, deuten die vorläufigen Ergebnisse darauf hin, dass sie möglicherweise übertragbarer sind», sagte ECDC-Chefforscher Mike Catchpole.

(dpa)

Virologe: Wandern mit Abstand nicht gefährlich

12:44
30.12.2020
Bewegung an der frischen Luft birgt nach Einschätzung des Münchner Virologen Oliver Keppler bei Einhaltung der Abstandsregeln sehr geringe Corona-Ansteckungsgefahren. «Es gibt Studien, denen zufolge die Ansteckungswahrscheinlichkeit in geschlossenen Räumen neunzehnmal höher sein könnte», sagte der Chef der Virologie am Max-Pettenkofer-Institut der Münchner Universität am Mittwoch. «Wenn man draußen Abstand hält und eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, ist das Risiko praktisch null.»

Deutschlandweit wurde aus Wintersportgebieten von den Bayerischen Alpen bis zum Harz reger Andrang gemeldet. Das hatte Diskussionen über mögliche Ansteckungsgefahren zur Folge. So war es in den vergangenen Tagen unter anderem im Harz in Ausflugsorten zu kilometerlangen Staus gekommen. Dabei war es laut Polizei vom Dienstag so voll gewesen, dass die Menschen draußen die notwendigen Abstände nicht hätten einhalten können. In Oberwiesenthal hatte es Verstöße gegen die sächsische Corona-Schutzverordnung gegeben.

«Die Leute sollen ja auch ein bisschen raus und an die frische Luft gehen», sagte Keppler zu der Debatte. «In Skigebieten könnte es am Lift und in Gondeln problematische Engstellen geben, sogar wenn man eine FFP2-Maske trägt. Aber Wandern, Schlittenfahren und Tourengehen halte ich für ein wirklich geringes Risiko, wenn man zu anderen Familien Abstand hält.» Geöffnet sind Skigebiete derzeit in Österreich und der Schweiz, in der Bundesrepublik sind sie ausnahmslos geschlossen.

Ein weiteres mögliches Risiko: «Problematisch könnte auch sein, wenn sich Familien mit anderen Familien zum Spazierengehen verabreden und einander dabei nahe kommen oder gar in einem Auto fahren», sagte der Wissenschaftler. «Letzteres ist ein bekanntes Ansteckungsrisiko. Aber solange sich die Menschen an der frischen Luft und in ihrer jeweiligen familiären Blase bewegen, sehe ich da keine Gefahr.»

(dpa)

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