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Umfrage: Deutsche blicken skeptisch ins Corona-Jahr 2021

04:48
29.12.2020
Die Deutschen sehen der weiteren Entwicklung der Corona-Krise im kommenden Jahr laut einer Umfrage überwiegend skeptisch entgegen. Nach der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur glaubt nur jeder Vierte (26 Prozent), dass die Pandemie 2021 weitgehend überwunden wird. Zwei Drittel meinen dagegen, dass das gefährliche Virus das Leben der Menschen in Deutschland noch das ganze Jahr über beeinträchtigt. 22 Prozent erwarten sogar eine starke Beeinträchtigung.

Die Pandemie hatte Deutschland vor knapp einem Jahr erreicht. Die erste Infektion war am 27. Januar in Bayern bekannt geworden. Seitdem haben sich mehr als 1,6 Millionen Menschen angesteckt, mehr als 30 000 sind gestorben. Der Konjunktureinbruch infolge der Pandemie hat viele Menschen in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht. Hoffnung gibt allerdings der Beginn der größten Impfaktion in der Geschichte Deutschlands am vergangenen Sonntag. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte zum Impfstart gesagt: «Der Herbst und der Winter und auch das Weihnachten des kommenden Jahres, sollen nicht mehr im Zeichen dieser Pandemie stehen.»

Viele Menschen in Deutschland scheinen aber noch nicht so recht daran zu glauben. Nur jeder Fünfte (20 Prozent) rechnet damit, dass vor Ende des Jahres 2021 wieder Spiele der Fußball-Bundesliga vor vollen Rängen stattfinden. Nur jeder Zehnte (9 Prozent) glaubt daran, dass man im Sommer wieder überall Urlaub machen kann. Und 84 Prozent meinen, dass bis Ende Jahres zumindest an einigen Orten eine Maskenpflicht bestehen bleibt.

YouGov befragte unmittelbar vor Weihnachten zwischen dem 21. und 23. Dezember 2035 Personen. Bei Start der Befragung war der Impfstoff bereits durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen und es war klar, dass die Impfungen in Deutschland am 27. Dezember beginnen sollen.

(dpa)

Patientenschützer: Ungeimpfte Pflegebedürftige nicht benachteiligen

04:47
29.12.2020
In der Debatte über mögliche Nachteile für Menschen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen, hat der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz rechtliche Klarstellungen für die Pflege gefordert. Pflegebedürftige, die nicht geimpft sind, dürften nicht benachteiligt werden, sagte Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundesregierung müsse für eine gesetzliche Klarstellung sorgen. «Denn sonst können Pflegeanbieter auf ihre Vertragsfreiheit pochen. Mit der Freiwilligkeit bei der Impfung wäre es dann vorbei.» Nach Angaben von Brysch könnten Pflegeanbieter etwa die ambulante und stationäre Pflege ablehnen. Der Gesetzgeber sei aufgerufen, Diskriminierung zu verhindern.

Mit den seit dem Wochenende laufenden Corona-Impfungen sollen zunächst Pflegebedürftige Menschen und Über-80-Jährige vor schweren Verläufen einer Infektion geschützt werden. Eine Impfpflicht gibt es zwar nicht. Allerdings werden immer wieder Befürchtungen über eine mögliche «Impfpflicht durch die Hintertür» geäußert. Als theoretische Beispiele in der Diskussion werden Restaurants oder Veranstalter genannt, die ungeimpfte Gäste nicht einlassen könnten. Schon vor Wochen hatte die australische Fluggesellschaft Quantas angekündigt, auf bestimmten Strecken Reisende nur an Bord zu lassen, wenn sie geimpft sind.

(dpa)

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