Zu Beginn der großen Corona-Impfaktion ruckelt es an der einen oder anderen Stelle: In Teilen Bayerns konnten die Impfungen erst mit Verspätung beginnen, weil es Unklarheiten bei der Kühlung gab. Dafür war ein Pflegeheim in Sachsen-Anhalt schon am Samstag entgegen der EU-weiten Verabredung mit dem Impfen vorgeprescht. Und in Stralsund wurden Mitarbeiter einer Einrichtung mit der fünffachen Dosis geimpft, weil der Impfstoff nicht wie vorgeschrieben verdünnt worden war.
Während sich die Abläufe noch einspielen müssen, stellen sich Millionen Menschen weiterhin viele Fragen zum Thema Impfung.
Können auch Geimpfte das Virus weitergeben?
Es ist denkbar, dass ein Geimpfter bei Kontakt mit dem Erreger zwar selbst nicht erkrankt, das Virus aber an andere weitergeben kann, sagt das Robert-Koch-Institut. Bis zum Vorliegen neuer Daten müssten deshalb auch nach einer Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen - Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln - weiterhin eingehalten werden. Die Mainzer Firma Biontech rechnet damit, dass bis Februar Daten zur Ansteckungswahrscheinlichkeit vorliegen.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Müdigkeit, Kopfweh, Schmerzen an der Einstichstelle zählen zu den am häufigsten aufgetretenen Nebenwirkungen nach einer Impfung. Außerdem kann es zu Schüttelfrost, Durchfall, Muskel- oder Gliederschmerzen sowie Fieber kommen. Solche Reaktionen sind in vielen Fällen ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert - und das möchte man ja mit einer Impfung erreichen. Vorsicht ist bei Menschen geboten, die unter starken Allergieproblemen leiden. Sie können schlimmstenfalls mit schweren allergischen Reaktionen auf eine Impfung reagieren. «Allergische Reaktionen auf Impfstoffe sind nicht ungewöhnlich, kommen glücklicherweise aber sehr selten vor», hatte der Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen kürzlich gesagt.
Wie werden Nebenwirkungen erfasst und bewertet?
Zuständig ist in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Dafür setzt das Institut auf Meldungen von Herstellern, die verpflichtet sind über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu berichten, nach Meldungen von Ärzte und auch von Patienten. Das geht etwa über die Plattform «nebenwirkungen.bund.de» oder eine App. Über die App werden Geimpfte etwa in bestimmten Zeitabständen nach jeder Impfung nach gesundheitlichen Beschwerden befragt- oder auch, ob nach der Injektion noch eine Corona-Infektion auftrat.
(dpa)