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Impfstoff für Deutschland lagert derzeit noch in Belgien

20:17
18.12.2020
Der für Deutschland vorgesehene Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer befindet sich derzeit noch in Belgien. Erst nach der Zulassung durch die Europäische Kommission könne der Transport der Dosen von dem Pfizer-Werk im belgischen Puurs nach Deutschland an eine zentrale Anlieferstelle beginnen, teilte Biontech-Geschäftsvorstand Sean Marett am Freitag mit. Von dort aus werde der Impfstoff zu den einzelnen Verteilzentren der Bundesländer gebracht.

In Deutschland und der Türkei ist Biontech nach eigenen Angaben für die Auslieferung zuständig, in allen anderen Ländern übernimmt das Pfizer. Genaue Angaben zur Menge der Impfdosen, die in Kürze an die EU-Mitgliedsländer ausgeliefert werden sollen, machte Marett nicht. Die Verteilung erfolge nach einem Schlüssel der EU, sagte er.

Die Herstellung des Botenmoleküls mRNA für die klinische oder kommerzielle Produktion erfolgt den Angaben zufolge in den Biontech-Werken in Mainz und Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz. Anschließend werde die Lösung gereinigt und konzentriert, erläuterte Marett den Produktionsvorgang. Schließlich werde das Ausgangsmaterial zu Pfizer nach Belgien gebracht, wo das Präparat weiterverarbeitet, abgefüllt und etikettiert werde.

Zur Frage, warum bei der weltweiten Studie von Biontech und Pfizer keine allergischen Reaktionen bei Geimpften auftauchten, erklärte Marett, dass Menschen, die schwere Allergien gegen Impfstoffe oder Bestandteile davon hatten, als Probanden ebenso ausgeschlossen gewesen seien wie Schwangere und Kinder. In Großbritannien, wo bereits mehr als 140 000 Menschen den Impfstoff erhielten, hatten zwei Geimpfte stärkere allergische Reaktionen gezeigt.

An diesem Montag will die europäische Arzneimittelagentur EMA ihre Beurteilung über den Impfstoff von Biontech und Pfizer abgeben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwartet nach eigenen Worten, dass die EU-Kommission das Serum am Dienstag zulässt. Das in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut prüfe dann bei den Lieferchargen, ob die Impfdosen der Zulassung entsprechen. Das Institut erhielt inzwischen erste Prüfmuster und begann mit Untersuchungen, wie am Freitagabend mitgeteilt wurde.

(dpa)

Acht Corona-Fälle im deutschen U20-Eishockey-Team

19:14
18.12.2020
Die deutschen Eishockey-Junioren verzeichnen vor der U20-Weltmeisterschaft in Edmonton gleich acht Corona-Fälle im Team. Während der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) in einer Mitteilung am Freitag von acht Teammitgliedern in seiner Delegation sprach, wurden laut Weltverband IIHF acht Spieler positiv getestet. Die beiden WM-Testspiele gegen Österreich am 21. Dezember und gegen Tschechien am 23. Dezember wurden gestrichen.

«Natürlich war diese Nachricht für uns im ersten Moment ein ziemlicher Schock», sagte DEB-Interims-Sportdirektor Christian Künast. «Wir haben uns nichts vorzuwerfen, haben auf alles geachtet und die Schutzmaßnahmen sogar noch weiter hochgefahren als vorgeschrieben.»

Auch DEB-Präsident Franz Reindl reagierte überrascht: «Es sind schlicht die - auch unter sorgfältigster Einhaltung des sehr umfangreichen Hygienekonzepts - am Ende nicht kontrollierbaren Auswirkungen des Virus und der Pandemie», sagte Reindl. «Vor allem diese belastende Quarantänesituation ist für alle, insbesondere für die Spieler, schwer zu bewältigen und erfordert unglaubliche Energie und Disziplin.»

Auf Anordnung des kanadischen Bundesstaates Alberta werde die Quarantäne für den DEB bis zum 23. Dezember verlängert, wenn es bis dahin keinen weiteren positiven Fall geben sollte, hieß es in der DEB-Mitteilung. Bis zum 24. Dezember bleibe das deutsche Team in Quarantäne, teilte der Weltverband mit.

Der WM-Auftakt für die deutschen Junioren ist für den 25. Dezember gegen Finnland angesetzt. Die Trainingspläne wurden angepasst. So sollen die Übungseinheiten auf den Zimmern intensiviert werden. Die beiden Eisbären-Stürmer Nino Kinder und Lukas Reichel waren wegen positiver Corona-Tests gar nicht mit Kanada gereist.

(dpa)

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