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Dosen gesichert: Impfung kann 2021 auch in armen Ländern beginnen

15:33
18.12.2020
Die internationale Corona-Impfinitiative Covax hat sich so viel Impfstoff gesichert, dass auch ärmere Länder 2021 mit der Impfung derjenigen beginnen können, die es am dringendsten brauchen. Das teilte Gavi, die Impfinitiative der Weltgesundheitsorganisation WHO, am Freitag in Genf mit. Sie koordiniert die Covax-Aktivitäten. Die 92 Länder mit niedrigem oder mittleren Einkommen erhielten die von Gebern finanzierten Impfdosen, um bis Ende des Jahres etwa 20 Prozent der Bevölkerung abzudecken, darunter etwa Angehörige der Gesundheits- und Sozialdienste und Menschen mit Vorerkrankungen. Für die Länder stünden mindestens 1,3 Milliarden Impfdosen zur Verfügung.

Covax gehören 190 Länder an, darunter Deutschland, die anderen EU-Länder und China, nicht aber die USA. Covax fördert die Forschung an neun Impfstoffkandidaten, darunter CureVac aus Deutschland. Erfolgreiche Impfstoffe stehen allen Ländern zur Verfügung. Die 98 reicheren Länder bezahlen für ihren Bedarf selbst und sie unterstützen die 92 ärmeren Länder. Alle verpflichten sich zu einer gerechten Verteilung.

Unter anderem bestätigte Gavi neue Abkommen mit AstraZeneca und Johnson & Johnson. Die Firmen rechnen mit einer baldigen Zulassung ihrer Impfstoffe. Ebenso geht Covax davon aus, dass reichere Länder einen Teil der Dosen, die sie sich in bilateralen Verträgen mit Impfstoffherstellern gesichert haben, an ärmere Länder abtreten.

«Die Zulassung von Impfstoffen gibt uns allen einen Blick auf das Licht am Ende des Tunnels», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Das Programm braucht 2021 weitere 6,8 Milliarden Dollar für die Forschungsförderung, den Kauf von Dosen und die Verteilung.

(dpa)

Millionen Schnelltests für Europa - EU-Kommission empfiehlt Strategie

15:32
18.12.2020
Bestimmte Corona-Schnelltests sollen nach einem Vorschlag der EU-Kommission in allen Mitgliedsstaaten anerkannt werden. Die 27 Länder sollten sich auf eine Liste solcher Präparate einigen, schlug die EU-Kommission am Freitag vor. Zudem kaufte sie für 100 Millionen Euro 20 Millionen Schnelltests der Firma Abbott and Roche, die den EU-Staaten Anfang 2021 zur Verfügung gestellt werden sollen.

Antigen-Schnelltests zeigen binnen weniger Minuten, ob eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt. Es gibt inzwischen sehr viele Varianten unterschiedlicher Qualität. Insgesamt gelten sie als etwas weniger zuverlässig als die überall anerkannten PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden müssen.

Dennoch empfiehlt die Kommission die Nutzung der Schnelltests, um die Testkapazität im Kampf gegen die Pandemie auszuweiten. Dies gelte vor allem für bestimmte Situationen, so etwa zur Diagnose von Covid-19 bei Menschen mit Symptomen, bei Kontaktpersonen von bestätigten Fällen, in Hotspots und bei Massentests.

Allerdings sollte medizinisches Personal dafür eingesetzt werden, damit der Abstrich richtig gemacht wird, empfiehlt die Brüsseler Behörde. Die EU-Staaten sollten dafür in die Ausbildung von Personal investieren. In einigen Ländern gibt es auch Schnelltests für Zuhause in der Apotheke.

(dpa)

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