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Impfungen in Europa starten ab dem 27. Dezember

12:40
17.12.2020
Wie in Deutschland sollen die Impfungen gegen das Coronavirus auch in anderen EU-Ländern am 27. Dezember starten. In manchen Staaten werde auch erst am 28. oder 29. Dezember begonnen, schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Donnerstag auf Twitter. «Das ist Europas Moment.»

Voraussetzung sei die Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer, erläuterte Kommissionssprecher Eric Mamer. Die Empfehlung dafür wird für den 21. Dezember von der EU-Arzneimittelbehörde EMA erwartet. Die Kommission will dann «binnen zwei Tagen» über die Zulassung entscheiden. Das Unternehmen wolle den Impfstoff am 26. Dezember liefern, sagte Mamer. Danach müssten die EU-Staaten die Verteilung und die Impfungen organisieren.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte am Mittwoch einen gemeinsamen Beginn der Impfungen gegen das Corona-Virus in der gesamten Europäischen Union vorgeschlagen. Entscheidend sei nicht, dass alle am selben Tag begännen, sondern dass es ein koordinierter Start sei, sagte Mamer.

Die Kommission gab darüber hinaus am Donnerstag bekannt, dass sie Sondierungsgespräche mit dem Pharmahersteller Novavax über die Lieferung von bis zu 200 Millionen Dosen von dessen Impfstoff abgeschlossen habe. Damit könnte das Impfstoff-Portfolio der EU nochmals erweitert werden. Der Novavax-Impfstoff sei in Testphase drei.

Die Kommission hat für die EU-Staaten bereits sechs Impfstoffe vertraglich gesichert. Neben dem Vakzin von Biontech/Pfizer sind das Mittel von Astrazeneca, Sanofi-GSK, Janssen Pharmaceutica, Curevac und Moderna.

(dpa)

Bundesamt warnt vor Cyberangriffen auf Impfstoff-Versorgung

12:39
17.12.2020
Die Corana-Pandemie hat nach Angaben des des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) das Risiko erfolgreicher Cyberangriffe auf Unternehmen erhöht. Cyberkriminelle hätten flexibel auf die Pandemie reagiert und nutzten die allgemeine Verunsicherung der Unternehmen und der Bevölkerung gezielt aus, warnte BSI-Präsident Arne Schönbohm am Donnerstag anlässlich der Veröffentlichung eines gemeinsamem Lagebilds der deutschen und der französischen IT-Sicherheitsbehörde. In beiden Ländern habe der coronabedingte Digitalisierungsschub für mehr Angriffsflächen gesorgt.

Insbesondere das Gesundheitswesen in beiden Ländern stehe vor der großen Herausforderung, die Pandemie zu bekämpfen und sich gleichzeitig wirksam gegen mögliche Cyberangriffe zu wappnen. «Denn Kliniken, Impfstoffhersteller und deren Lieferketten stehen zunehmend im Fokus von Cyber-Kriminellen», sagte Schönbohm laut Mitteilung. Ausfälle in diesen Bereichen könnten verheerende Folgen haben.

In der vergangenen Woche hatten unbekannte Hacker bei einem Angriff auf das IT-System der Europäischen Arzneimittel-Behörde EMA mit Sitz in Amsterdam illegal Dokumente über den Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmariesen Pfizer erbeutet. Die Behörde hatte von «einigen Dokumenten» berichtet, die im Zusammenhang mit dem Zulassungsantrag für den Impfstoff bei dem Angriff gestohlen worden seien.

Die Cyber-Sicherheitsbehörde in Deutschland und Frankreich hätten einige Maßnahmen ergriffen, um die Cyber-Sicherheitslage im Gesundheitswesen zu verbessern, sagte Schönbohm. Schon im Frühjahr seien die Impfstoff-Hersteller für Gefahren durch Cyber-Kriminelle sensibilisiert worden. Mit der Bundesregierung sei das BSI intensiv im Gespräch über den Schutz der Logistikketten für Impfstoffe. «Auch die Unternehmen müssen ihren Teil dazu beitragen, etwa durch angemessene Investitionen in die Informationssicherheit», forderte Schönbohm.

Schon vor Beginn der Pandemie hätten beide Behörden eine gesteigerte Aggressivität der Erpressungsmethoden sowie immer mehr Fälle von hochprofessionellen und gezielten Angriffen auf zahlungskräftige Ziele festgestellt, heißt es in der Mitteilung.

(dpa)

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