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20201217045836

Exporteure rechnen nach Corona-Einbruch mit deutlicher Erholung 2021

04:57
17.12.2020
Nach einem massiven Exporteinbruch von geschätzt mehr als 12 Prozent im Corona-Krisenjahr rechnet der Außenhandelsverband BGA im kommenden Jahr mit anziehenden Geschäften. «Wir werden im Vergleich zu 2020 ein deutliches Plus bekommen, allein schon wegen der niedrigen Ausgangsbasis», sagte BGA-Präsident Anton Börner der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe große Hoffnung, dass der Impfstoff funktioniert, weltweit eingesetzt werden kann und die Einschränkungen fallen.» Sorgen bereiten Börner nationalistische und populistische Strömungen, «die die Corona-Krise zur wirtschaftlichen Abschottung nutzen könnten».

Der Protektionismus ist nach seiner Einschätzung eine Gefahr, die auf Jahre hinaus droht. «Wir müssen alle hart daran arbeiten, dass daraus kein neuer Virus wird», sagte Börner. «Nur mit einem funktionierenden Welthandel wächst die Wirtschaft.»

Der stärkere Euro ist aus Börners Sicht bislang kein großes Problem für die Exportwirtschaft. Zwar könnten Waren «Made in Germany» außerhalb des Euroraumes dadurch teurer werden. «Doch viele deutsche Unternehmen produzieren in anderen Ländern. Zudem verbilligen sich die Einfuhren. Das kann die Produktionskosten dämpfen.»

Sorgen bereiten den Exporteuren und Importeuren aktuell Einreise- und Quarantänevorschriften in vielen Ländern wegen der Corona-Pandemie sowie gestiegene Frachtraten. «Viele Frachtkapazitäten wurden in der Krise vorbeugend stillgelegt. Dieses fehlende Equipment - wie auch Laderaumknappheit - lassen die Preise geradezu explodieren», berichtete Börner. «Wer kurzfristig verschiffen muss, muss teilweise Aufschläge von mehreren Tausend US-Dollar akzeptieren oder der Frachtraum wird gar versteigert.»

Zugleich warnte der BGA-Präsident vor zusätzlichen Belastungen der Wirtschaft durch das diskutierte Lieferkettengesetz und das angestrebte Recht auf Homeoffice. «Das würde zu mehr Bürokratie führen und ist ein merkwürdiges Signal an die Unternehmen in Krisenzeiten.»

Von der Regierung des künftigen US-Präsidenten Joe Biden erwartet Börner eine Entspannung in handelspolitischen Fragen und eine «gewisse Renaissance» der internationalen Zusammenarbeit. Der Demokrat will die USA beispielsweise wieder in das Klimaschutzabkommen von Paris zurückbringen, aus dem der noch amtierende Präsident Donald Trump ausgetreten war. «Die Frage ist allerdings, was passiert in vier Jahren. Schließlich hat fast die Hälfte der Amerikaner für Trump gestimmt», sagte Börner.

Europa braucht nach seiner Einschätzung eine gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik, «auch um Handelswege und den Zugang zu Rohstoffen zu sichern». Mittelfristig hält er auch eine gemeinsame europäische Finanzarchitektur für sinnvoll.

(dpa)

Weinreben für den Garten in Corona-Zeiten besonders beliebt

04:56
17.12.2020
Weinreben für den Anbau im eigenen Garten haben im Corona-Jahr 2020 viele Käufer gefunden. Nach Einschätzung von Rebschulen spielen dabei weniger Überlegungen zur Klimaerwärmung eine Rolle, sondern eher das Zuhausebleiben in der Corona-Pandemie mit mehr Zeit für den eigenen Garten - sowie der Trend zur Eigenversorgung. Auch das Discounter-Angebot dürfte den Reben-Absatz gesteigert haben.

«Auch bei uns ist die Nachfrage in diesem Jahr gestiegen, um fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr», sagte ein Sprecher der Baumarktkette Hornbach. Interessanterweise gebe es dabei auch keine regionalen Unterschiede. «Der Anstieg ist deutschlandweit.» Er betreffe keine spezielle Sorte, sondern erstrecke sich über das ganze Sortiment.

Der Lebensmittelhändler Aldi Süd, der Weinreben in einer seiner Aktionen vor Monaten verkaufte, wollte zwar keine Zahlen nennen. «Wir sind mit dem Verkauf der Aktionsartikel zufrieden und freuen uns, unseren Kunden immer wieder neue Produkte und ein abwechslungsreiches Sortiment anbieten zu können», sagte aber eine Firmensprecherin.

Die Rebschule Steinmann im fränkischen Sommerhausen berichtet von einer etwas gestiegenen Nachfrage durch Großabnehmer. «Auffallend war, dass wir dieses Jahr vermehrt Anfragen für große Mengen bekommen haben, vermutlich beschäftigen sich vermehrt in- und ausländische Baumschulen mit der Weiterkultur von Reben», sagte Petra Steinmann-Gronau. Das könne damit zusammen hängen, dass Reben auch in Discountern angeboten werden. Auch die Online-Nachfrage sei spürbar gestiegen.

Im Trend sind pilzwiderstandsfähige Rebsorten und die am liebsten kernlos, heißt es bei der Rebschule V&M Freytag in Neustadt an der Weinstraße. «Durch die Corona-Pandemie hatten viele mehr Zeit sich zuhause aufzuhalten und kümmerten sich dadurch mehr um Haus und Garten, dies hat zu einer gewissen Steigerung bei der Nachfrage geführt», sagte Volker Freytag zur jüngsten Entwicklung. Langfristig sei die Nachfrage nach Reben für den Hausgarten seit 15 bis 20 Jahren in etwa gleich.

Auch bei Weingütern fragt der eine oder andere Interessent schon mal nach Reben: «Das kommt immer mal wieder vor», sagte Felix Pieper vom Weingut Pieper in Königswinter, das nach eigenen Angaben das größte Nordrhein-Westfalen ist. Er verweise dann auf pilzresistente Reben in Garten- oder Baumärkten, die pflegeleichter seien. Auch im Kleingartenverein Königsbusch in Düsseldorf, der sich zu den größten in NRW zählt, wurden einige Weinreben gepflanzt - das aber schon vor längerer Zeit, meint Vereinsvorsitzender Heino Kuske.

(dpa)

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