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20201216151859

Lesben- und Schwulenverband fordert andere Besuchserlaubnis zum Fest

12:46
16.12.2020
Um Weihnachten nicht alleine feiern zu müssen, wenn man mit der eigenen Familie gebrochen hat, wirbt der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) bei der Landesregierung für eine Lockerung der Corona-Regeln. Statt die Ausnahmeregelungen bei Kontaktbeschränkungen für Heiligabend und die Feiertage nur auf den engsten Familienkreis zu begrenzen, sollten auch andere wichtige Bezugspersonen erlaubt sein, heißt es in einem Schreiben des LSVD Baden-Württemberg an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vom Mittwoch, das der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt.

Der Verband schlägt vor, sich an Formulierungen des Landes Berlin zu orientieren, wonach sich zu Weihnachten maximal fünf Personen aus beliebig vielen Haushalten plus Kinder unter 14 Jahren privat treffen dürfen. «Diese Regelung trägt dem Stellenwert von Freundschaften als Wahl- und Ersatzfamilie Rechnung und ermöglicht ein Weihnachten im Kreise der Lieben für alle», heißt es in dem Schreiben.

Ansonsten würde die soziale Isolation von Homo-, Bi-, Transsexuellen, Transgender, intergeschlechtlichen und queeren Menschen (LSBTTIQ) verstärkt. Viele erführen in ihren sogenannten Herkunftsfamilien Gewalt und Diskriminierung und hätten sich Freunde als Wahl- und Ersatzfamilie gesucht. Das ignoriere die «Idee der heilen Familie».

(dpa/lsw)

Diakonie und Caritas fordern mehr Unterstützung für Pflege

12:44
16.12.2020
Caritas und Diakonie haben angesichts der aktuellen Corona-Lage mehr Unterstützung für die Pflege gefordert. Die für soziale Arbeit der katholischen und evangelischen Kirche zuständigen Organisationen wiesen am Mittwoch bei einer gemeinsamen Online-Pressekonferenz auf Personalengpässe und eine angespannte Lage in Pflegeheimen hin. Die Mitarbeiter seien erschöpft, es sei vielerorts ein Ritt auf der Rasierklinge, sagte der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher.

«Die Rettungsschirme, die die Politik gespannt hat, helfen sehr, die Folgen der Pandemie in unseren Einrichtungen und Diensten abzufedern. Sie können aber nicht alles auffangen», sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie und forderte längerfristige «Lösungen» über den März hinaus. Man werde bis dahin mitnichten wieder in einem normalen Modus sein.

Mit Blick auf Weihnachten verwiesen beide auf ein schwieriges Spannungsfeld: «Die Isolation der Bewohnerinnen und Bewohner soll bei größtmöglichem Schutz vermieden werden. Dazu braucht es Testkapazitäten vor Ort, aber auch Personal, das durch Infektionen und Quarantäne-Maßnahmen von Tag zu Tag knapper wird», sagte Lilie. Zwar kommen den Angaben zufolge inzwischen Corona-Schnelltests in der Altenpflege an, es fehle aber das Personal, um diese durchzuführen. Diakonie und Caritas fordern daher externe Hilfe etwa durch Feuerwehrsanitäter. Insgesamt sieht Neher die Einrichtungen im genannten Spannungsfeld inzwischen aber «deutlich besser aufgestellt» als im Frühjahr. Er nannte vorhandene Schutzkleidung, Schutzkonzepte, Tests und spezielle Besucherräume.

Caritas (katholische Kirche) und Diakonie (evangelische Kirche) sind nach eigenen Angaben zusammen für mehr als 55 000 Einrichtungen und ambulante Pflegedienste mit rund 1,3 Millionen Mitarbeitern verantwortlich.

(dpa)

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