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20201215050422

Vor Lockdown: Kretschmann äußert sich nach Ärger um Corona-Management

05:02
15.12.2020
Einen Tag vor dem längeren weitreichenden Lockdown bereitet sich Baden-Württemberg auf die bevorstehenden Einschränkungen für das private und öffentliche Leben vor. Der Einzelhandel hofft am Dienstag auf die letzten Umsätze im Weihnachtsgeschäft, an den Schulen beginnt ein vorerst letztes Mal der Unterricht. Nähere Details zu den neuen und schärferen Auflagen sollen in der neuen Corona-Verordnung formuliert werden, die Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Sozialminister Manne Lucha (beide Grüne) am Mittag (12.00) vorstellen wollen.

Erwartet wird zudem, dass sich der Regierungschef gegen die Kritik an seinem Management der Corona-Krise verteidigt. Am Montag hatte die SPD den Grünen und der CDU Wahlkampfgetöse und einen «lähmenden Streit um Profilierungssucht» vorgeworfen.

Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten vereinbart, ab Mittwoch Schulen, Kitas und den Handel weitestgehend zu schließen. Baden-Württemberg übernimmt im Wesentlichen diese Beschlüsse. Grund für die neuen Einschränkungen sind die weiter massiv steigenden Zahlen an Neuinfektionen, Intensivpatienten und Todesfällen.

Ebenfalls am Dienstagmittag will Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) Einzelheiten vorstellen zum milliardenschweren Investitionspaket mit dem Titel «Zukunftsland Baden-Württemberg – Stärker aus der Krise». Es soll mit einem Volumen von 1,2 Milliarden Euro auf den Weg gebracht werden. Enthalten ist unter anderem «BW Invest». Laut Regierung ist es mit einem Volumen von 300 Millionen Euro das größte branchenoffene Förderprogramm für Innovationen und Investitionen in der baden-württembergischen Geschichte des Landes.

(dpa/lsw)

DKMS: Weniger Stammzellenspender wegen Corona

05:01
15.12.2020
Die Corona-Pandemie hat die Knochenmarkspenderdatei vor eine der größten Herausforderungen in ihrer fast 30-jährigen Geschichte gestellt. Geschlossene Grenzen, gestrichene Flugverbindungen und verschobene Vor-Ort-Registrierungsaktionen - im Corona-Jahr 2020 werden sich bis Ende Dezember voraussichtlich mehr als 400 000 Menschen bei der DKMS in Deutschland registriert haben. Der Stand am 4. Dezember belief sich auf 386 259. Dies sind rund ein Drittel weniger als im Vorjahr 2019, wie die DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) in Tübingen mitteilte. Weltweit seien 6843 Stammzellspenden vermittelt worden.

Wie aus der Pressemitteilung weiter hervorgeht, fanden allein in Deutschland bis Ende November 5108 Stammzellentnahmen von DKMS-Stammzellspendern statt. 845 Transplantate gelangten bis Ende November auf dem Luftweg via «Cargo im Cockpit» zu ihren jeweiligen Patienten. Eine Neuerung: Der Pilot eines Cargofluges fungiert dabei als Kurier und übergibt die Stammzellen am Zielflughafen an Fachkräfte, die die Fracht zur Transplantationsklinik bringen. Diese Lösung hatte die DKMS mit Fluggesellschaften und Kurierdiensten auf die Beine gestellt, als wegen der Corona-Pandemie immer weniger Passagierflüge zur Verfügung standen.

Die Gesundheitskrise habe die Arbeit bei der DKMS fundamental verändert, sagte Elke Neujahr, die Vorsitzende der DKMS-Geschäftsführung. «Doch trotz größter Herausforderungen haben wir neue Chancen erkannt und viele positive Veränderungen eingeleitet. Wir sind noch digitaler und flexibler geworden.»

(dpa/lsw)

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