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20201210201626

EKD-Ratsvorsitzender: Harter Lockdown schützt Menschenleben

19:18
10.12.2020
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat Verständnis für strengere Kontaktregelungen über die Weihnachtsfeiertage. «Wenn der harte Lockdown notwendig ist, um Menschenleben zu schützen und die Ausbreitung des Virus zu begrenzen, dann glaube ich, kommen wir an dem harten Lockdown nicht vorbei», sagte Bedford-Strohm dem ARD-Magazin «Kontraste». Man müsse die Empfehlungen der Wissenschaftsakademie Leopoldina nach härteren Regeln ernst nehmen. «Wenn der Schutz des Lebens, wenn die Nächstenliebe, die sich darin ausdrückt, wenn die an oberster Stelle steht und Teil unserer Botschaft ist, dann schließt die Weihnachtsbotschaft ein, dass wir uns an die Regeln halten, die verhindern, dass Menschen sterben.»

Bedford-Strohm findet die Idee, während der Feiertage Ausnahmen von den Kontaktbeschränkungen zu machen, grundsätzlich richtig. «Dass an Weihnachten besondere Regeln gelten, ist Ausdruck der Tatsache, dass dieses Weihnachtsfest für die seelische Verfassung der Menschen eine ganz besondere Bedeutung hat.» Allerdings zeigte er sich offen, in diesem Jahr auch andere Wege zu suchen. «Wenn ein Risiko besteht, dass aus gottesdienstlichen Versammlungen Leben gefährdet wird, dann bin ich der Allererste, der sagt, lasst es uns nicht machen.» Für Familientreffen und auch für Weihnachtsgottesdienste müssten dann zur Not andere, digitale Lösungen gefunden werden. Im Zweifel, sagte Bedford-Strom, müsste die Politik harte Maßnahmen durchsetzen.

(dpa)

Sondersitzung des Südwest-Kabinetts zur Corona-Lage

19:16
10.12.2020
Angesichts stark steigender Corona-Neuinfektionen in ganz Baden-Württemberg kommt das grün-schwarze Kabinett am Freitag in Stuttgart zu einer Sondersitzung zusammen. Anschließend ist eine Pressekonferenz mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) geplant, wie das Staatsministerium am Donnerstagabend weiter mitteilte.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen war zuvor innerhalb eines Tages um 4208 Fälle auf insgesamt 179 154 Ansteckungen gestiegen. Landesweit lag der Wert für Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 168,8 und damit nochmals höher als an den Vortagen.

(dpa/lsw)

Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr für extreme Hotspots

19:13
10.12.2020
Mit ganztägigen Ausgangsbeschränkungen will die Landesregierung auf explodierende Infektionszahlen in Hotspots des Landes reagieren. In Regionen mit mehr als 300 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner binnen einer Woche soll das Verlassen der Wohnung bald auch tagsüber nur noch aus triftigen Gründen erlaubt sein. Das teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Donnerstag der dpa mit. Allerdings soll es zahlreiche Ausnahmen geben: etwa Arbeit, Arztbesuch, Einkauf.

Damit verschärft die Regierung ein erneutes Mal die Regeln zur Eindämmung der Pandemie. Bislang ist eine nächtliche Ausgangssperre für Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 vorgeschrieben.

Nach den jüngsten Infektionszahlen liegen die Stadtkreise Pforzheim (339,0) und Heilbronn (318,3) über dem 300er-Wert. Pforzheim hatte die 300er-Marke bereits an den Vortagen gerissen - noch am Donnerstag brachte die Regierung daher einen Erlass für die Stadt auf den Weg, der die Rund-um-die-Uhr-Ausgangsbeschränkungen beinhaltet. Am Freitag will das Kabinett die erweiterte Hotspot-Strategie für das Land beschließen. Sie werde nächste Woche in die Corona-Verordnung einfließen.

(dpa/lsw)

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